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Mindestens 10.600 Euro Monatsgehalt waren geplant: Lambrecht stoppt ungewöhnliche Beförderung des Büroleiters ihrer Staatssekretärin
Zusammenfassung:Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, im Hintergrund ihre Staatssekretärin Margaretha Sudhof
Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, im Hintergrund ihre Staatssekretärin Margaretha Sudhof (beide SPD)
picture alliance / photothek | Janine Schmitz
Der Büroleiter von Verteidigungsministerin Christine Lambrechts (SPD) Staatssekretärin Margaretha Sudhof sollte nach Recherchen von Business Insider ab Mitte Juni mit einer B6-Besoldung bezahlt werden.
Damit hätte er mehr als 10.600 Euro im Monat bekommen, was ungewöhnlich viel ist. Vor allem politisch aber ist der Fall brisant: Der Büroleiter ist zugleich stellvertretender Landeschef der SPD Berlin – dem Landesverband, aus dem auch Sudhof kommt.
Lambrecht stoppte aber den Vorgang als bislang ungeklärten Gründen. Auf Anfrage heißt es nun, „dass es nicht geplant ist, die Funktion einer Büroleitung auf die Ebene B6 anzuheben.
Einmalig 100 Milliarden Euro soll die Bundeswehr zusätzlich zu ihrem mehr als 50 Milliarden Euro schweren Verteidigungshaushalt bekommen, um in den nächsten vier Jahren modernes Gerät wie Flugzeuge und Hubschrauber kaufen zu können. Dieses sogenannte Sondervermögen, für das der Bundestag am Freitag grünes Licht gegeben hat – ein wahrer Geldregen für das seit Jahrzehnten zusammengesparte Militär.
Doch jetzt scheint im Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht (SPD) plötzlich auch in Sachen Mitarbeiter das Geld locker zu sitzen. Jedenfalls, was enge Mitarbeiter in der Ministeriumsführung angeht. Nach Informationen von Business Insider sollte der erst 37-jährige Büroleiter von Lambrechts langjähriger Staatssekretärin Margaretha Sudhof (SPD), Julian Zado, nach einem halben Jahr im Job ab Mitte Juni in die Besoldungsgruppe B6 befördert werden. Damit hätte er als Grundgehalt 10.600 Euro plus möglicher Zulagen erhalten.
Staatssekretärin Margaratha Sudhof
picture alliance / photothek | Janine Schmitz
Büroleiter ist stellvertretender Landeschef der Berliner SPD
Eine entsprechende Vorlage zur Unterzeichnung der Beförderung ging nach Informationen von Business Insider vor kurzem bereits ans Büro von Lambrecht. Doch diese stoppte die Beförderung – aus noch ungeklärten Gründen. Fakt ist aber: Es wäre eine ungewöhnlich hohe Vergütung gewesen. Zado wäre wohl der bestverdienende Büroleiter auf Staatssekretärsebene der gesamten Bundesregierung gewesen. In anderen Bundesministerien verdienen diese nach Recherchen von Business Insider üblicherweise in der Besoldungsstufe A15/A16, also zwischen 6000 und 6500 Euro. Das sind etwa sechs Gehaltsstufen unter dem, was Zado bekommen sollte.
Zudem würde der gelernte Jurist mit einem zweiten Studienabschluss in Politikwissenschaften extrem schnell in der Gehaltsleiter aufsteigen: Er arbeitete bis zum Jobwechsel ins Verteidigungsministerium Anfang des Jahres im Justizministerium, zunächst als Referent und dann ab Juni 2020 als Referatsleiter. In dieser Funktion wird man üblicherweise auch mit A15/A16 dotiert.
Eine mögliche Erklärung für eine solche Luxus-Beförderung könnte demnach eigentlich nur sein, dass Zado schon im Justizministerium eine höhere Besoldung gehabt hatte, womit der Sprung nicht mehr so groß gewesen wäre. Zudem sollte er offenbar auch noch weitere Aufgaben erhalten, so die Begründung in der Beförderungs-Vorlage, die eine B6-Dotierung angeblich rechtfertigen.
Was die Sache vor allem aber politisch brisant macht: Zado ist nebenberuflich auch noch stellvertretender SPD-Landeschef in Berlin. Dem Landesverband, aus dem auch Sudhof herkommt. Sie war von 2012 bis 2019 in der Hauptstadt Finanzstaatssekretärin, bevor sie dann unter Lambrecht Staatssekretärin im Justizministerium wurde.
Ausschnitt aus der Website der SPD Berlin
Website SPD Berlin / BI
Gut möglich, dass Lambrecht die Brisanz der Personalie also durchaus klar gewesen ist und sie deshalb den Vorgang stoppte. Auf Anfrage will sich das Ministerium unter Verweis auf „Einzelpersonalmaßnahmen“ jedoch nicht zur gestoppten Beförderung des Büroleiters äußern. Es heißt lediglich, „dass es nicht geplant ist, die Funktion einer Büroleitung auf die Ebene B6 anzuheben.”
Trotzdem schütteln Insider im Ministerium und auch externe Beobachter den Kopf. Der verteidigungspolitische Sprecher der Union, Florian Hahn, sagt Business Insider: „Es passt ins Bild und unterstreicht die Selbstbedienungsmentalität der neuen Leitung im BMVg.
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