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    Studie zeigt: Chinas Aufkauf-Politik in Europa hat sich geändert — und wieder könnte Deutschland leiden

    Zusammenfassung:Als chinesische Investoren begannen, sich in...

      Als chinesische Investoren begannen, sich in deutsche Schlüsselindustrien einzukaufen, da schlug die deutsche Politik Alarm. Schließlich ist China für Europa kein Verbündeter und auch kein Freund, sondern bei allen vielschichtigen wirtschaftlichen Beziehungen sicherlich auch ein Konkurrent. Ein Konkurrent, der hoch hinaus will. Bis 2025 will die Volksrepublik den Westen und Japan technologisch einholen, bis 2050 überflügeln.

      Bis dahin gilt es für Peking, vom Westen zu lernen. Zumindest dort, wo der Westen China noch voraus ist. Das war beim Augsburger Roboterbauer Kuka der Fall. Folgerichtig übernahm der chinesische Konzern Midea 2016 das Unternehmen. Zum Leidwesen des damaligen deutschen Wirtschaftsministers Sigmar Gabriel. Und zum Leidwesen des damaligen Verfassungsschutzchefs Hans-Georg Maaßen. Der bezeichnete die Einkaufstour chinesischer Investoren später als „Ausweiden und Ausschlachten“ und warnte: „Man braucht keine Spionage, wenn man ganze Unternehmen kaufen kann.”

      Chinas Firmen investieren nur 505 Millionen Dollar in Deutschland

      Inzwischen hat die Bundesregierung reagiert. Im Sommer 2018 blockierte sie den Einstieg des staatlichen chinesischen Netzbetreibers SGCC in die deutsche Stromversorgung. Im Dezember verschärfte sie Übernahmen deutscher Firmen. In Branchen mit Bedeutung für die nationale Sicherheit kann der Bund jetzt sein Veto einlegen, wenn ein ausländischer Investor mehr als zehn Prozent der Anteile einer deutschen Firma kaufen will. So will Berlin einen zweiten Kuka-Schock verhindern.

      Die Maßnahmen in Berlin haben offensichtlich Wirkung gezeigt. Im ersten Halbjahr 2019 gab es keine einzige größere Übernahme mehr, wie eine neue Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) zeigt. Chinesische Firmen investierten gerade einmal 505 Millionen Dollar in die Bundesrepublik. Zum Vergleich: 2018 waren es insgesamt noch mehr als zehn Milliarden gewesen.

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      Ein ähnliches Bild auf europäischer Ebene: Nur noch 2,4 Milliarden Dollar (etwa 2,1 Milliarden Euro) hätten Unternehmen aus der Volksrepublik für Firmenkäufe und -beteiligungen in Europa ausgegeben, errechneten die EY-Autoren. Das sei ein Rückgang von mehr als 80 Prozent im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2018. Zwar habe es noch 81 Übernahmen und Beteiligungen gegeben, doch habe es sich dabei zum Großteil um kleine Deals gehandelt.

      Chinas Wirtschaft taumelt — das trifft auch Europa

      China-Kritiker wie Maaßen und Gabriel mögen bei solchen Zahlen ein Stück weit aufatmen. Sie sollten sich nicht zu früh freuen. Denn wie die Autoren der Studie herausarbeiten, ist die Lage komplizierter. Wer China wohlgesonnen ist und chinesische Investoren als Chance für eine schwächelnde europäische Wirtschaft sieht, der könnte sogar zum gegenteiligen Schluss kommen. Der könnte die Zahlen so interpretieren, dass Deutschland wieder leiden muss.

      Die chinesischen Investitionen sind nämlich nicht nur deswegen zurückgegangen, weil Europa die Schotten dicht macht. Sie haben sich auch deshalb verringert, weil die chinesische Wirtschaft selbst nicht mehr so brummt wie früher. Für die Unternehmensberatung ist das sogar der Hauptgrund.

      Nach Analysen des Internationalen Währungsfonds ist der Verschuldungsgrad chinesischer Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren rasant gestiegen. Das schien kaum ein Problem zu sein, solange die Wirtschaft boomte und die Auftragsbücher voll waren. Tatsächlich waren wohl viele der Übernahmen europäischer Unternehmen in den Vorjahren auf Pump finanziert.

      Deutschlands Wirtschaft hat Probleme

      Jetzt, da sich der heimische Markt abkühlt und Exporte insbesondere wegen des Handelskonflikts mit den USA bald zurückzugehen drohen, drücken die Altlasten umso mehr. Umso schwerer fällt es, weiter kräftig Geld in Europa auszugeben. Zumal manche einst sehr aktive chinesische Unternehmen ohnehin „entweder mit der Integration der erworbenen Unternehmen oder mit dem Weiterverkauf beschäftigt seien, wie Sun Yi, Leiterin der Chinasparte bei EY, erklärt. Ein Beispiel: Der als hoch verschuldet geltende HNA-Konzern hat seinen Anteil an der Deutschen Bank dieses Jahr wieder reduziert.

      Eine schwächelnde chinesische Wirtschaft kann Europa kaum Recht sein. Viel zu viele lukrative Geschäfte haben gerade deutsche Großunternehmen in der Vergangenheit in der Volksrepublik gemacht. Zu eng sind Europa und China miteinander verflochten. Und gerade jetzt könnte die europäische Wirtschaft chinesisches Geld durchaus gebrauchen. Schließlich kühlt sich auch auf dem alten Kontinent die Konjunktur merklich ab.

      Das gilt insbesondere für Deutschland, das laut Prognose des Internationalen Währungsfonds dieses Jahr gerade noch 0,7 Prozent wächst. 2017 waren es noch 2,5 Prozent gewesen, 2018 immerhin noch 1,5 Prozent. Insofern ist der Rückgang chinesischer Investitionen nur ein weiteres Symptom dafür, dass sich die Weltwirtschaft immer mehr in Richtung einer Krise bewegt, die Exportnationen wie Deutschland mit als erstes treffen dürfte.

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      Egal, mögen China-Kritiker jetzt sagen. Wichtiger ist, dass man chinesische Investoren aus sensiblen, zukunftsweisenden europäischen Wirtschaftsbereichen heraushält. Für sie haben die EY-Berater dann aber auch noch schlechte Nachrichten. Denn dass die chinesischen Investitionsaktivitäten in Europa noch weiter zurückgehen, glauben sie nicht: „Damit dürfte die Talsohle erreicht sein, sagt Sun. Heißt: Die chinesische Jagd nach europäischen Schlüsselindustrien mag nachgelassen haben, sie ist aber vermutlich noch lange nicht vorbei.

      ab/dpa

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