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Collins: Fed kann Inflation ohne größeren Schaden für den Arbeitsmarkt senken
Zusammenfassung:von Robert Zach Investing.com - Die US-Notenbank Fed glaubt, sie könne die Inflation senken, ohne d
von Robert Zach
Investing.com - Die US-Notenbank Fed glaubt, sie könne die Inflation senken, ohne dem US-Arbeitsmarkt größeren Schaden zuzufügen. Das sagte die Leiterin der Fed-Niederlassung in Boston, Susan Collins, am Freitag.
Durch Leitzinserhöhungen wollen wir die Wirtschaft abbremsen und die Arbeitsnachfrage besser mit dem Angebot in Einklang bringen, erklärte Collins. Sie sei weiterhin optimistisch, dass es einen Weg zur Wiederherstellung des Gleichgewichts auf dem Arbeitsmarkt mit einem nur mäßigen Anstieg der Arbeitslosenquote gibt. Zugleich räumte sie aber auch Risiken bei diesem Vorhaben ein.
Mit 3,7 Prozent liegt die Arbeitslosenquote in den USA in der Nähe des Rekordtiefs 3,5 Prozent).
In Bezug auf die jüngsten Verbraucher- und Erzeugerpreisdaten in den USA merkte die Fed-Vertreterin an, dass sich ihre Meinung darüber, was ausreichend restriktiv bedeuten könnte - ebenso wie meine Entschlossenheit, nicht geändert habe.
Zuletzt hatten sich ungewöhnlich viele Fed-Vertreter dahingehend geäußert, dass sich an ihrer Einschätzung zur Inflation nichts geändert habe und das, obwohl immer mehr Daten auf einen nachlassenden Preisdruck hindeuten. Das zeigt sich besonders deutlich am nachlassenden Druck auf die Lieferketten - einem der Hauptgründe für die im zurückliegenden Jahr sprunghaft angestiegenen Inflationsraten. Dem GSCPI der New York Fed zufolge befindet sich der Zustand der Beschaffungsketten bereits fast wieder auf dem Niveau von vor dem Corona-Ausbruch, der zu gewaltigen Störungen führte.
Doch gleichzeitig bleiben z.B. die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA trotz der bereits massiven Zinserhöhungen der Fed in diesem Jahr auf einem extrem niedrigen Niveau. Das ist sicher nicht das, was die Notenbankvertreter gerne sehen, deutet es doch darauf hin, dass die Nachfrage am Arbeitsmarkt noch immer anhält.
Im letzten Begleittext des FOMC hieß es, dass die Verzögerungen, mit denen sich die Geldpolitik auf die Wirtschaftstätigkeit auswirkt ..., berücksichtigt werden müssen. Nun gut, aber die Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe lassen die Möglichkeit offen, dass Verzögerungseffekte nicht wirklich erklären, warum die US-Wirtschaft bzw. der Arbeitsmarkt weiterhin stark sind. Möglicherweise müssen die Zinsen noch viel weiter steigen, als von der Fed oder den Märkten derzeit erwartet wird.
Sobald die Erstanträge mehrmals hintereinander um mehr als 35.000 pro Woche steigen, gilt dies als ein Zeichen dafür, dass die Wirtschaft an Kraft verliert und in eine Rezession zu stürzen droht. Darauf gilt es in der nächsten Zeit zu achten.
Gestern erläuterte Fed-Mitglied Bullard, stimmberechtigtes Mitglied des Offenmarktausschusses der US-Notenbank, in einem Schaubild, dass die Leitzinsen auf der Unterseite bis zu 5 Prozent und auf der Oberseite bis zu 7 Prozent steigen müssten, damit die Geldpolitik in den USA ausreichend restriktiv wäre. Und tatsächlich sieht er bisher kaum Auswirkungen der Zinserhöhungen auf die Teuerung.
Zinserhöhungen wirken in der Regel nicht sofort, sondern mit einer Verzögerung von neun bis 12 Monaten. Das bedeutet, dass die Maßnahmen der Fed im schlimmsten Fall erst dann greifen, wenn sich die USA bereits in einer Rezession befinden.
Aktuell schätzen die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 50 Basispunkte auf der Dezember-Sitzung auf rund 76 Prozent. Den Zinsgipfel, also die Terminal Rate, sehen sie im März bei 5,00 bis 5,25 Prozent.
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