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Ich heize seit 17 Jahren mit Öl und musste dieses Jahr 144 Euro pro Liter zahlen — meine Rechnungen zeigen, dass sich der Preis verdreifacht hat
Zusammenfassung:Ein Lieferant bereitet die Lieferung von Öl für einen Kunden vor. (Symbolbild)picture allianceDie Pr
Ein Lieferant bereitet die Lieferung von Öl für einen Kunden vor. (Symbolbild)
picture alliance
Die Preise für Heizöl befinden sich derzeit auf einem Rekordhoch. Eine betroffene Person hat Business Insider ihre Öl-Rechnungen der letzten 17 Jahre zur Verfügung gestellt.
Die zeigen ganz deutlich: Seit 2005 hat sich der Preis mehr als verdreifacht und liegt damit deutlich über der generellen Preisentwicklung.
Die Gründe für die Entwicklung sind vielfältig. Der aktuelle Preis lässt sich durch die enormen Preisanstiege des Diesels erklären.
Alle sprechen über steigende Gaspreise, doch noch immer gibt es in Deutschland viele Menschen, die auf eine Ölheizung angewiesen sind. Von 36,9 Millionen Haushalten heizen laut Statistischem Bundesamt (Destatis) 8,7 Millionen mit Öl. Was vielen Menschen nicht bewusst ist, ist, dass aktuell die Preise für Heizöl sogar stärker steigen als die von Erdgas.
Eine Person, die das aktuell betrifft, ist Franziska Fröhlich (Name von der Redaktion geändert). Sie wohnt alleine in einem Einfamilienhaus in Nordwestdeutschland auf dem Land. Sie beheizt das rund Hundert Jahre alte Haus mit Öl und tankt dafür seit 2005 immer bei dem gleichen Brennstofflieferanten. Ihre Rechnungen hat sie Business Insider zur Verfügung gestellt und die zeigen: Seit 2005 haben sich die Preise mehr als verdreifacht. Sie wachsen damit deutlich stärker als die Inflation.
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Heizöl im Jahr 2016 und während der Coronapandemie besonders günstig
Im Februar 2005 hat Fröhlich erstmals insgesamt 2200 Liter Heizöl getankt und dafür einen Preis von 43,15 Euro pro Liter gezahlt. Insgesamt zahlte sie damals 949,77 Euro. Innerhalb von zehn Jahren, stiegen die Preise dann auf rund 95 Euro pro Liter an, sanken dann aber schnell auf ein Rekordtief. Für einen Liter Heizöl zahlte sie im Sommer 2016 dann nur 42,01 Euro.
Die nachfolgende Grafik zeigt zudem, dass auch während der Coronapandemie die Preise nochmal deutlich gefallen sind. Aufgrund der damals stark gefallenen Ölpreise sank der Preis für Heizöl ebenfalls. Fröhlich konnte im Mai 2020 nochmal für 47,36 Euro pro Liter den Heizöltank vollmachen. Seitdem sind die Preise jedoch nur noch gestiegen.
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Vor gut einem Monat war Fröhlich dann das erste Mal seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs gezwungen zu tanken. Insgesamt zahlte sie 2453 Euro für knapp 1700 Liter Heizöl – also stolze 144,47 Euro pro Liter. Damit hat sich der Preis seit der Coronapandemie mehr als verdreifacht.
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Heizöl zehnmal stärker im Preis gestiegen als die Inflation
Wie enorm der Anstieg des Ölpreises ist und warum er Menschen wie Fröhlich so belastet, sieht man, wenn man sich die generelle Inflation anschaut. Seit Februar 2005 stiegen die Preise für Heizöl laut Fröhlichs Rechnungen um 234 Prozent. Die Teuerung lag in diesem Zeitraum laut Inflationszahlen von Destatis allerdings nur bei insgesamt 34 Prozent.
Bedeutet: Die Preise für Heizöl sind um ein vielfaches stärker gestiegen als die anderer Produkte. Doch woher kommt dieser Preisexplosion? Der größte Teil des gestiegenen Preises lässt sich auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine erklären und den Sanktionen, die Russland dadurch auferlegt wurden. Wichtig ist zu wissen, dass Heizöl im Grund schlichtweg Diesel ist, nur dass es eingefärbt wird.
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USA und China benötigen Diesel selbst
Russland ist vor dem Krieg einer der größten Dieselexporteur gewesen, liefert inzwischen allerdings deutlich weniger Diesel nach Europa. Von anderen großen Produzenten Diesel zu beziehen, ist allerdings gar nicht so einfach. Die USA und China, die ebenfalls viel Diesel produzieren, nutzen es fast ausschließlich selbst und exportieren es nur in geringen Mengen. Generell ist die Situation auf dem weltweiten Dieselmarkt extrem angespannt, wodurch die Preise deutlich gestiegen sind.
Für Franziska Fröhlich ist das eine enorme finanzielle Belastung. Sie wird vermutlich im Januar oder Februar erneut Heizöl bestellen müssen. Sie hofft, dass sich die Lage am Markt entspannt und sie erst möglichst spät im neuen Jahr liefern lassen muss. Im Frühjahr fallen die Preise meistens.
Alternativen gibt es für sie aktuell nicht, sagt sie. Eine Gasheizung einzubauen, ist bei ihr nicht möglich. Da sie sehr ländlich wohnt, ist sie nicht an das örtliche Gasnetz angeschlossen. Eine Wärmepumpe kommt für sie auch nicht infrage, denn ihr Haus ist zu alt und der Einbau nicht möglich.
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