简体中文
繁體中文
English
Pусский
日本語
ภาษาไทย
Tiếng Việt
Bahasa Indonesia
Español
हिन्दी
Filippiiniläinen
Français
Deutsch
Português
Türkçe
한국어
العربية
Gold: Stagflationsrisiken machen das gelbe Metall attraktiv
Zusammenfassung:Investing.com – In Zeiten erhöhter Unsicherheit und zunehmenden Inflationsdrucks ist Gold seit jeher
Investing.com – In Zeiten erhöhter Unsicherheit und zunehmenden Inflationsdrucks ist Gold seit jeher ein sicherer Hafen, denn FIAT-Währungen tendieren zur Abwertung. Angesichts einer Situation wie der aktuellen, in der die Inflation auf einem 40-Jahres-Hoch im zweistelligen Bereich liegt, wird Gold in einem Umfeld mit einem hohen Stagflationsrisiko erneut an Stärke gewinnen, so ein Bericht des Brokers XTB.
„Anleger neigen dazu, sich in Gold zu flüchten, wenn sie eine finanzielle Instabilität infolge der Konjunkturabschwächung wahrnehmen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Realzinsen negativ sind, d. h. wenn die Inflation höher ist als die offiziellen Zinssätze. Heute befindet sich der Realzins sowohl in den USA als auch in Europa auf einem Jahrhunderttief. Und da die Zentralbanken trotz des Inflationsdrucks nicht bereit sind, ihre geldpolitischen Anreize rasch zurückzunehmen, dürfte diese Situation zumindest in der ersten Hälfte dieses Jahres anhalten, erklärt Pablo Gil, Chefstratege bei XTB.
In diesem Zusammenhang und mit Blick auf die Schlüsselfaktoren, die dieses Jahr bestimmen werden, nennt XTB einige Punkte, die man unbedingt im Auge behalten sollte. Einerseits sind sich die wichtigsten internationalen Organisationen wie der IWF, die Weltbank, die Fed und die EZB einig, dass die Weltwirtschaft Ende 2022 einen viel stärkeren Abschwung erleben wird als erwartet. Andererseits hat sich der zunächst als vorübergehend betrachtete Inflationsdruck auf alle Wirtschaftssegmente ausgeweitet. Im Falle der USA und des Vereinigten Königreichs wird der Lohndruck bereits spürbar. Ferner hat der Krieg in der Ukraine die Situation weiter verkompliziert, denn Russland ist einer der größten Öl- und Gasexporteure der Welt, und die Ukraine spielt eine wichtige Rolle als Quelle für Getreide und Industriemetalle.
Und all dies wird sich auch auf die Kriterien auswirken, die das künftige Verhalten des Goldpreises bestimmen werden. Denn sie werden von dem Dreieck aus Wirtschaftswachstum, Inflation und Zinssätzen abhängen.
In diesem Sinne ist eines der möglichen Szenarien, dass die Konjunkturabschwächung in eine Rezession mündet, in der die Inflation aufgrund des Konsumeinbruchs zurückgehen wird. In diesem Szenario werden die im Laufe des Jahres 2022 gestiegenen Zinssätze in ein bis zwei Jahren zum Ausgangspunkt, d. h. zu historischen Tiefstständen, zurückkehren.
„Der Anleger muss sich jedoch darüber im Klaren sein, dass diese Anpassungen mit einer gewissen Verzögerung erfolgen: erst der Konjunktureinbruch, dann die Inflation und schließlich die Anpassung der Zinssätze. Sollte dieses Szenario eintreten, wird die Phase des wirtschaftlichen Abschwungs angesichts der gestiegenen Unsicherheit und der erhöhten Risikoaversion Gewinne beim Gold ermöglichen. Aber wir müssen dieses Zeitfenster nutzen, um aus dem Metall herauszukommen, denn der Rückgang des Inflationsdrucks wird folgen, sagt Pablo Gil.
Ein weiteres mögliches Szenario ist, dass die Zentralbanken in ihrem Kampf gegen die Inflation nicht zu aggressiv vorgehen werden, um zu verhindern, dass die Konjunkturabschwächung in eine neue Rezession mündet. „In diesem Fall ist das wahrscheinlichste Szenario, dass sich die Inflation auf einem Niveau oberhalb der 2 Prozent stabilisiert, die die Zentralbanken als strategischen Schwellenwert anstreben, was den Goldpreis mittelfristig nach unten drücken würde, sagt der Chefstratege von XTB.
Das Worst-Case-Szenario für Gold ist schließlich, dass die Inflation rasch nachlässt und die geopolitischen Spannungen einem Umfeld mit weniger Spannungen und Unsicherheit weichen. Dazu sagt Pablo Gil: „Das Ende des Krieges könnte einen Teil dieser Voraussetzungen erfüllen, aber angesichts der militärischen Gräueltaten Russlands in der Ukraine und möglicher Vergeltungsmaßnahmen gegen Putin scheint es unwahrscheinlich. Die Handelsbeziehungen zu einem der weltweit führenden Energieexporteure werden wohl kaum wiederhergestellt, und man kann auch nicht damit rechnen, dass die Ukraine kurz- oder mittelfristig ihr Vorkriegstempo bei der Rohstoffversorgung wiederherstellt.
Haftungsausschluss:
Die Ansichten in diesem Artikel stellen nur die persönlichen Ansichten des Autors dar und stellen keine Anlageberatung der Plattform dar. Diese Plattform übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Artikelinformationen und haftet auch nicht für Verluste, die durch die Nutzung oder das Vertrauen der Artikelinformationen verursacht werden.
