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EU prüft Software-Sanktionen gegen Russland: SAP könnte russische Banken und Unternehmen lahmlegen
Zusammenfassung:picture alliance / Uwe Anspach/dpa | Uwe AnspachDie EU will mit weiteren Sanktionen den Druck auf Ru
Die EU will mit weiteren Sanktionen den Druck auf Russland erhöhen und nimmt nun offenbar den Software-Bereich stärker ins Visier.
Nach Informationen von Business Insider hat es in den vergangenen Tagen informellen Kontakt zwischen der Bundespolitik und SAP gegeben, um die Möglichkeit weiterer Strafmaßnahmen zu eruieren.
Laut einer internen Prüfung ist es dem deutschen Software-Hersteller möglich, bestehende Lizenzen stillzulegen und damit die betroffenen russischen Unternehmen weitgehend handlungsunfähig zu machen.
Um im Ukraine-Konflikt den Druck auf Russland zu erhöhen, prüfen die EU-Staaten weitere Sanktionen. Während für die Bundesregierung ein Importstopp für russisches Gas und Öl derzeit keine Option ist, hat sie dagegen die Software russischer Banken und Unternehmen als Ziel identifiziert. Demnach könnte die gezielte Abschaltung von Programmen die russische Wirtschaft weiter lähmen.
Nach Recherchen von Business Insider laufen bereits seit mehreren Tagen informelle Gespräche zwischen der Bundespolitik und dem Dax-Konzern SAP. Dabei geht es um die Frage, ob der deutsche Software-Anbieter gezielt Lizenzen russischer Kunden stilllegen kann. „SAP hat nach einer internen Prüfung signalisiert, dass dies möglich ist“, sagt eine mit dem Vorgang vertraute Person. „Ohne rechtliche Grundlage wäre man aber nicht bereit, bestehende Verträge zu brechen.”
Mit der Verhängung neuer Strafmaßnahmen gegen Russland dürfte diese Bedingung aber in Kürze erfüllt sein. Anschließend dauere es nicht länger als 24 Stunden, bis SAP seine Programme für die ausgewählten Banken und Firmen gesperrt habe, heißt es aus informierten Kreisen. Da die Gültigkeit einer Software-Lizenz täglich von der Firmenzentrale in Walldorf bestätigt werden muss, kann der deutsche Konzern sehr schnell den Zugriff und die Nutzung deaktivieren.
Was bedeutet das für betroffene Kunden? Laut Insidern kommen SAP-Systeme in den meisten großen Konzernen in Russland zur Anwendung. Dabei geht es in der Regel um die Bereiche Produktplanung, Personalwesen und Finanzen. So spielen SAP-Programme bei Bestellungen, Lieferketten, Logistik, Gehaltsabrechnungen und Buchführung eine zentrale Rolle. Ein Ausfall dieser Software-Programme dürfte die Bank oder das Unternehmen für eine längere Dauer lahmlegen, so die Annahmen im Bundeswirtschaftsministerium.
Auf Anfrage wollte sich SAP nicht zu „Gerüchten“ äußern. Vor einer Woche hatte sich SAP-Vorstandschef Christian Klein allerdings zum russischen Angriffskrieg geäußert: „Wie der Rest der Welt beobachten auch wir den Krieg in der Ukraine mit Entsetzen und verurteilen die Invasion aufs Schärfste”, so Klein. Wirtschaftssanktionen gegen Russland seien ein wichtiges Instrument, um den Friedensprozess voranzubringen.
Damals verkündete der SAP-Chef, das Neugeschäft mit Russland vorerst auszusetzen. Nun könnte der deutsche Software-Anbieter aber noch einen Schritt weitergehen und bestehenden russischen Kunden den Saft abdrehen.
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