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Die Krisenstimmung erreicht den bisher so robusten Arbeitsmarkt – die wichtigsten Frühindikatoren drehen ins Minus
Zusammenfassung:Die Folgen des Ukraine-Krieges belasten den bisher robusten deutschen Arbeitsmarkt. Die Chefin der B
Die Folgen des Ukraine-Krieges belasten den bisher robusten deutschen Arbeitsmarkt. Die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles.
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Bisher hat der deutsche Arbeitsmarkt allen Krisen getrotzt. Etliche Unternehmen suchen sogar händeringend Fachkräfte.
Doch nun beginnt der Fels zu bröckeln. Das zeigen wichtige Daten der Bundesagentur für Arbeit und des Ifo-Instituts.
Unternehmen stellen vorsichtiger ein. In einigen Branchen werden bereits Arbeitsplätze abgebaut. Die Frühindikatoren für den Arbeitsmarkt drehen ins Negative.
In der Krisen-Brandung mit Rezession, Inflation, steigenden Zinsen und wackeligem Euro steht der deutsche Arbeitsmarkt bisher wie ein Fels. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich in den vergangenen 20 Jahren auf rund 2,5 Millionen halbiert. Die Quote von 5,6 Prozent ist nicht weit entfernt von Vollbeschäftigung. Von Cafés über Handwerker bis zur Industrie suchen Firmen Mitarbeiter. Langfristig gilt der Mangel an Arbeits- und Fachkräften als das größere Problem. Denn in den kommenden Jahren scheiden mehr als eine Million ältere Menschen mehr aus dem Arbeitsleben aus, als jüngere nachkommen.
„Ja, uns droht eine Rezession„, sagte die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles. „Die gute Nachricht ist aber: Der Arbeitsmarkt ist robust.
Nun beginnt auch der Fels in der Brandung zu bröckeln.
Das zeigen gleich zwei wichtige Umfragen bei Unternehmen, die als verlässliche Frühindikatoren für die kommende Entwicklung des Arbeitsmarktes gelten. Die Alarmsignale kommen von den renommiertesten Arbeitsmarktforschern in Deutschland.
Ifo-Beschäftigungsbarometer sackt ab
Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts sinkt die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen quer durch alle Branchen. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer fiel im September auf 97,7 Punkte, nach über 99 Punkten im September. Es signalisiert damit eine negative Entwicklung und ist auf dem niedrigsten Wert seit April 2021. „Meldungen zu Neueinstellungen und Entlassungen halten sich gegenwärtig in etwa die Waage. Es kehrt Vorsicht auf dem Arbeitsmarkt ein, urteilen die Ifo-Wirtschaftsforscher.
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In der Industrie war das Beschäftigungsbarometer erneut rückläufig. Auch bei den Dienstleistern erhielt die Bereitschaft, neues Personal einzustellen, einen Dämpfer. Da die Kaufzurückhaltung der Menschen dem Handel zu schaffen macht, haben Unternehmen der Branche Personalpläne geändert: „Im Einzelhandel ist mit Entlassungen zu rechnen, schreibt Ifo. Nicht ganz so düster sieht es im Bauhauptgewerbe aus: Dort ist gegenwärtig zwar kein Beschäftigungsaufbau zu erwarten, aber auch kein Abbau.
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IAB-Arbeitsbarometer fällt
Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sank im Oktober um 0,3 Punkte auf 100,2 Punkte. Nach diesem sechsten Rückgang in Folge liegt der Frühindikator auf dem niedrigsten Stand seit dem Corona-Einbruch 2020. Der Index nähert sich dem neutralen Wert von 100 Punkten, droht also ins Negative zu drehen. Das IAB ist die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit. Die neuen Zahlen für Oktober legte das IAB am Montag vor.
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Für das Barometer erfragt das IAB monatlich die Prognosen alle Arbeitsagenturen in Deutschland für die nächsten drei Monate. Es hat sich als treffsicherer Frühindikator bewährt, der anzeigt, wie sich der Arbeitsmarkt in der nahen Zukunft entwickelt.
Das Barometer für die Beschäftigung sank im September um 0,7 Punkte nach, lag mit 103,3 Punkten aber immer noch im positiven Bereich. Die Beschäftigung dürfte also noch wachsen, allerdings nimmt das Tempo auch nach Einschätzung des IAB nun deutlich ab.
Das Barometer für die Arbeitslosigkeit fiel um 0,1 Punkte auf 97,2 Punkte. Der Wert unter 100 Punkten deutet auf eine steigende Arbeitslosigkeit hin. Ein Grund dafür ist auch, dass bei den Arbeitsagenturen vermehrt geflüchtete Menschen aus der Ukraine als arbeitssuchend erfasst werden. Darin steckt eine gute Nachricht, weil ihr Potenzial mittelfristig gegen den Arbeitskräftemangel helfen kann.
„Normalerweise gibt es nur eines von beiden: starker Arbeitskräftebedarf oder schwache Konjunktur. Aber im Moment trifft Knappheit auf Krise, sagte IAB-Forscher Enzo Weber. „Weil Arbeitskräfte knapp sind, halten die Betriebe ihre Beschäftigten auch in der Energiekrise. Die Einstellungspläne werden aber etwas zurückgefahren, erläutert Weber. Zusätzliche Risiken durch die Energiekrise blieben bestehen.
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