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ROUNDUP: Experten erwarten Einbruch des Ifo-Geschäftsklimaindex
Zusammenfassung:MÜNCHEN (dpa-AFX) - Russlands Krieg in der Ukraine hat die deutsche Wirtschaft stark getroffen. Wie
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Russlands Krieg in der Ukraine hat die deutsche Wirtschaft stark getroffen. Wie stark, wird der neue Ifo-Geschäftsklimaindex am Freitag (10.00 Uhr) zeigen. Das Institut hat während des seit vier Wochen tobenden Krieges rund 9000 Unternehmen aus Industrie, Handel, Baugewerbe und Dienstleistungssektor nach ihrer Geschäftslage und ihren Erwartungen für das kommende halbe Jahr befragt.
Im Februar setzte die deutsche Wirtschaft noch auf ein Ende der Corona-Krise: Der Geschäftsklimaindex, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, legte auf 98,9 Punkte zu. Aber durch den Krieg sind die Öl- und Gaspreise auf Rekordhöhen gestiegen. Das trifft Verbraucher, Spediteure und energieintensive Industrien. Wir rechnen mit einem der stärksten Einbrüche der Geschäftserwartungen und des Geschäftsklimas, schrieben die Experten der Dekabank.
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hatte nach einer Blitzumfrge unter 3700 Unternehmen in der vergangenen Woche mitgeteilt: Über alle Branchen hinweg nennen neun von zehn Unternehmen höhere Energiekosten als spürbaren Effekt im eigenen Betrieb. Das treffe die gesamte Wirtschaft mit voller Wucht. Drei Viertel der Industriebetriebe beklagten Störungen in der Lieferkette und Logistik, 90 Prozent fehlende Rohstoffe und Vorleistungen. In der Autoindustrie fehlen Kabelbäume aus der Ukraine, in ihren deutschen Werken stehen Bänder, Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Der Verband der Chemischen Industrie teilte mit, 54 Prozent seiner Mitgliedsunternehmen rechneten jetzt mit einem Produktions- und Umsatzrückgang in diesem Jahr.
Die Baubranche schließt Baustopps für eine Vielzahl von Projekten nicht mehr aus, sagte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands HDB, der Deutschen Presse-Agentur. Wir können heute nicht sicher sagen, ob genügend Material für alle Baustellen in Deutschland vorhanden sein wird. Bitumen ist nur ein Beispiel. Stornierungen von Baustoffen und Baumaterial sind jederzeit möglich. Die Einschränkung der Stahlproduktion wirke sich in Preissteigerungen von 50 und teilweise 70 Prozent aus.
Die Verbraucherpreise waren schon im Februar um 5,1 Prozent gestiegen. Wirtschaftsforscher und Verbände erwarten einen weiteren Anstieg. Damit schrumpft die Kaufkraft der Konsumenten. Das spüre auch der Einzelhandel, schrieben die Ifo-Konjunkturforscher in ihrer jüngst vorgelegten Prognose.
Unter deutschen Finanzexperten sind die Konjunkturerwartungen inzwischen so stark eingebrochen wie nie: Das Stimmungsbarometer des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW fiel im März gegenüber dem Vormonat um 93,6 Punkte auf minus 39,3 Punkte.
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