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In der EU könnten Bitcoins verboten werden, weil sie nicht nachhaltig sind — das müssen Krypto-Anleger jetzt wissen
Zusammenfassung:Kritiker bemängeln den hohen Stromverbrauch beim Bitcoinpicture alliance / NurPhoto | STREin Ausschu
Kritiker bemängeln den hohen Stromverbrauch beim Bitcoin
Ein Ausschuss des Europäischen Parlaments wird am Montag über neue Regulierungen für Krypto-Assets abstimmen.
Krypto-Vermögenswerte, die in der EU ausgegeben oder gehandelt werden, müssen „Mindeststandards für die ökologische Nachhaltigkeit unterliegen, heißt es im Gesetzesentwurf.
Sollten die EU-Politiker für die neuen Regulierungen abstimmen, könnte dies die Krypto-Währung Bitcoin verbieten.
Bitcoin-Fans schauen an diesem Montag gebannt auf das Europäische Parlament. Denn am 14. März stimmt ein Ausschuss über neue Krypto-Regulierungen ab, die es in sich haben. Denn: Sollten die EU-Politiker für das neue Vorhaben stimmen, könnte dies den Handel der Kryptowährung Bitcoin in der Europäischen Union verbieten.
Krypto-Vermögenswerte, die in der EU ausgegeben oder gehandelt werden, sollen „Mindeststandards für die ökologische Nachhaltigkeit“ unterliegen, heißt es im Gesetzesentwurf, aus welchem das US-Nachrichtenportal Bloomberg zitiert. Diese Krypto-Werte müssen einen „stufenweisen Einführungsplan aufstellen” und diesen ausführen, um die „Einhaltung dieser Anforderungen zu gewährleisten.
Je höher der Bitcoin-Kurs, desto höher der Stromverbrauch
Heißt in einfachen Worten: Krypto-Währungen, die nicht als nachhaltig eingestuft werden, können verboten werden. Mit solchen Anforderungen an die Nachhaltigkeit können vor allem die digitalen Währungen Probleme bekommen, die mit einem „Proof-of-Work-Mechanismus arbeiten – wie beispielsweise Bitcoin.
Als Proof-of-Work (deutsch: Arbeitsnachweis) wird ein Algorithmus bezeichnet, bei dem man Rechenleistung verrichten muss, um die Kryptowährung zu erhalten. Die Coins werden umgangssprachlich „geschürft. Dieser Arbeitsnachweis gilt als eins der wichtigsten Eigenschaften der Bitcoin-Blockchain.
So funktioniert es: Der erste Rechner, der ein Rätsel löst, bekommt einen Bitcoin. Da man ein inflationäres System vermeiden will, sollen nicht unendlich viele Bitcoins erzeugt werden können. Das Rätsel wird also umso komplizierter, je mehr Rechner daran teilnehmen. Und je höher der Bitcoin-Kurs ist, desto höher auch der Stromverbrauch, da immer mehr Menschen, mit immer leistungsfähigeren Computern, Bitcoins erzeugen wollen.
Eine andere Möglichkeit ist der sogenannte „proof-of-stake“. Als Besitzer einer Kryptowährung könnt ihr euch dazu entscheiden, einen Teil eurer Kryptowährung dem Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Dadurch erhaltet ihr die Chance, je nach Gewichtung, mit euren Coins den nächsten Block zu validieren. Das Ganze folgt einem Zufallsprinzip, eure bereitgestellte Kryptowährung entspricht „quasi” einem Los. Der Prozess verbraucht sehr viel weniger Energie als das Schürfen. Dadurch werden unter anderem Kryptowährungen wie Cardano, Polkadot, Solana und Ethereum 2.0 geschaffen. Diese Währungen wären demnach von einem Verbot ausgenommen.
Deutsche Anleger müssten bei Nicht-EU-Börsen ihre Bitcoin kaufen
Einer würde das neue Verbot allerdings nicht unbeschadet überstehen. Da der Bitcoin nicht in der Lage ist, sein Grund-System zu ändern, wäre die beliebte Währung direkt von den EU-Regeln betroffen.
Was passiert, wenn die EU-Politiker für das Verbot stimmen?
„Das könnte zu erheblichen Einschränkungen für europäische Bitcoin-Anleger führen, sagt Krypto-Experte Philipp Schulden von Rudy Capital zu Business Insider.
Bekannte Krypto-Börsen wie Bitpanda, Bison oder Coinbase dürften in der EU keine Bitcoin mehr anbieten. Es wäre zu erwarten, dass sich bei einem Verbot etablierte Krypto-Börsen sogar ganz aus der EU zurückziehen, meint Schulden. Bei einem Verbot gibt es für die Börsen keine wirtschaftlichen Gründe, in der EU zu bleiben. Denn deutsche Anleger müssten auf Nicht-EU-Börsen zurückgreifen, wenn sie Bitcoin kaufen und halten wollen.
Sollten Anleger somit auf ausländischen Börsen wechseln müssen, die sich nicht an EU-Spielregeln halten, hätte dies „negative Folgen für den Verbraucher- sowie Anlegerschutz, meint Schulden.
„Der Entwurf scheint rein ideologisch getrieben
Was bleibt somit deutschen Bitcoin-Investoren? Sie können ihre Bitcoin verkaufen, sie können die Bitcoin in andere Kryptowährungen umtauschen oder sie können ihre Bitcoin auf eine ausländische Börse oder auf selbstverwaltete Wallets versenden.
„Generell erscheint der Entwurf wenig sinnvoll, sondern rein ideologisch getrieben“, meint Schulden. Die EU würde die bisherige Kontrolle unnötig aufgeben und Anleger in einen „rechtlichen Graubereich” drängen. „Energie würde man somit global übrigens nicht einsparen, da in der EU vorhandene Mining-Operationen lediglich im Ausland fortgeführt werden würden, sagt der Experte.
Müssen sich deutsche Bitcoin-Anleger sorgen?
Für Bitcoin-Anlegerinnen und Anleger gibt es aber auch Grund für Optimismus, erklärt Schulden. „Selbst wenn das Europäische Parlament zum Nachteil der Anleger entscheiden würde, sieht das Gesetzgebungsverfahren weitere Hürden vor, bevor der Entwurf in Kraft tritt. Denn nach der Abstimmung finden noch Verhandlungen zwischen Kommission, EU-Parlament und Ministerrat statt.
Doch was, wenn gegen das Verbot abgestimmt wird? Sollten sich Bitcoin-Anleger dennoch Sorgen machen, dass solche „Umwelt-Diskussionen immer wieder auftreten werden und der Bitcoin-Handel in der EU nicht 100-prozentig sicher sei?
„Ausgeschlossen werden kann das nicht“, sagt Schulden. Jedoch werde es mit zunehmender Marktdurchdringung immer schwieriger sein, ein Verbot zukünftig durchzusetzen. „Auch bleibt zu hoffen, dass sich die Parlamentarier in der Zwischenzeit mit den Themen beschäftigen, über welche sie abstimmen.”
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