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Tesla: Neun ehemalige Führungskräfte und Ingenieure verraten, was sie bei der Arbeit mit Elon Musk gelernt haben
Zusammenfassung:Tesla-Chef Elon Musk.Al Drago/Bloomberg via Getty ImagesFührungskräfte und Ingenieure können einiges
Tesla-Chef Elon Musk.
Al Drago/Bloomberg via Getty Images
Führungskräfte und Ingenieure können einiges von den unkonventionellen Herangehensweisen bei Tesla lernen.
Viele bleiben dadurch der Elektromobilitätsbranche auch nach ihrer Tätigkeit bei Tesla erhalten.
Wir haben neun ehemalige Mitarbeiter gefragt, was sie in ihrer Zeit bei dem Automobilkonzern von Elon Musk gelernt haben.
Seit seiner Gründung im Jahr 2003 hat Tesla alles daran gesetzt, sich durch ungewöhnliche Herangehensweisen von bislang geltenden Konventionen der Automobilbranche zu lösen. Dabei waren manche Ideen von Erfolg gekrönt, andere wiederum nicht. So konnte das Unternehmen 2021 mithilfe von kreativen Geschäftsstrategien seinen bis dato größten Profit verzeichnen, trotz hinderlicher Engpässe in der Chipherstellung und pandemiebedingter Produktionsunterbrechungen. Jedoch sorgt Tesla auch wiederholt für kontroversen Gesprächsstoff.
Da ist zum einen Unternehmenschef Elon Musk, der die Gemüter zu spalten scheint und in regelmäßigen Abständen Auslöser diverser Schlagzeilen ist. Zum anderen plagen Tesla derzeit Funktionsmängel in Bezug auf den Autopiloten der Fahrzeuge. Diese gehen sogar so weit, dass die US-Regierung nun in Folge zweier Vorfälle mit dem eingebauten Fahrassistenten bundesstaatliche Ermittlungen eingeleitet hat. Sogar Musk selbst hatte den aktuellen Computer für vollautonomes Fahren als „nicht überragend bezeichnet. Zuletzt hatte das Unternehmen beinahe eine halbe Million Fahrzeuge aus Sicherheitsgründen zurückgerufen.
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Die gewonnenen Erkenntnisse aus unvorhersehbaren Konflikten und unkalkulierbaren Hindernissen haben ehemalige Tesla-Mitarbeiter geprägt. Das sind die wichtigsten Punkte, die neun ehemalige Führungskräfte und Ingenieure des Unternehmens nach eigenen Aussagen von ihrer Arbeit bei dem Automobilkonzern sowie den Vorgehensweisen Elon Musks gelernt haben und die ihnen auch heute noch in ihrem Berufsleben helfen.
Dustin Krause, Chef für E-Mobilität bei Volkswagen
Dustin Krause hatte bei Tesla eine leitende Position im Verkauf inne.
Volkswagen
Dustin Krause kam 2008 zu Tesla. In den Jahren darauf war er maßgeblich an der Entwicklung der Verkaufsstrategien beteiligt. Darüber hinaus war er für die Entwicklung des Gebrauchtwagengeschäfts verantwortlich. Als er danach gefragt wurde, was er aus der Arbeit mit Musk gelernt habe, antwortete er: „Wenn ihr die Menschen erst einmal dazu bringen könnt, über euer Produkt nachzudenken und ihr klar darstellen könnt, was euer Produkt einzigartig macht, wird es sich irgendwann wie von selbst verkaufen.
„Dabei solltet ihr dem Kunden nicht einmal viel über das Produkt erklären müssen. Das Auto sollte für sich selbst sprechen. Heute ist Krause Chef für E-Mobilität bei Volkswagen. Die Wolfsburger investieren rund 90 Milliarden Euro in die Elektrifizierung. Bis 2026 sollen 25 Prozent der weltweit verkauften Fahrzeuge von VW E-Autos sein.
Hemant Sikaria, Chef von Sibros
Hemant Sikaria hat fünf Jahre lang für Tesla gearbeitet. Der Ingenieur leitete die Karosserieentwicklung und war für das System verantwortlich, das Softwareaktualisierungen über Funkschnittstellen ermöglicht. Bei Tesla wurde ihm die Bedeutung dieses Systems bewusst. Andere Autohersteller zogen erst Jahre später nach.
„Ich habe viel von der Führungsetage gelernt“, sagte Sikaria. So auch von Musk. „Ich konnte für mich viel von der Art und Weise mitnehmen, wie er Probleme und Lösungen betrachtete. Er brachte mir unter anderem bei, sich auf den Anwendungsfall zu konzentrieren, der in 90 Prozent der Fälle eintritt und diesen für den Benutzer so verständlich und einfach wie möglich zu gestalten.”
Das brachte Sikaria 2018 auf die Idee, zusammen mit seinem Cousin Mayank Sikaria das Startup Sibros zu gründen. Das Unternehmen aus dem kalifornischen San Jose unterstützt Autohersteller dabei, Softwareaktualisierungen zu entwickeln, die ihre Fahrzeuge denen von Tesla ähnlicher werden lassen: durch Updates, die für den Fahrer so einfach wie nur möglich gestaltet sind.
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Christopher Van Dyke, Chef von Overview
Christopher Van Dyke war acht Jahre lang für Tesla tätig. In dieser Zeit brachte er das sogenannte Supercharger-Programm auf den Markt, entwickelte Produktionstechniken für die erste Tesla-Fabrik und leitete das Team, das für das Design der Model-3-Batterie verantwortlich war. Heute führt Van Dyke Overview, ein Startup für Technologien, die zu der Verbesserung von Produktionsabläufen in Fabriken beitragen sollen. Er gründete das Unternehmen 2018 zusammen mit Austin Appel, der auch zuvor bei Tesla gearbeitet hatte.
„Es inspirierte uns zu sehen, wie Tesla Risiken in Kauf nahm und dabei Dinge erschuf, die zuvor nicht existierten, so Van Dyke zu Business Insider.
Enric Asunción, Chef von Wallbox
Enric Asunción arbeitete bei Tesla als Abteilungsleiter für Ladevorrichtungen.
Wallbox
Als ehemaliger Abteilungsleiter für Ladevorrichtungen bei Tesla in Europa war Eric Asunción dafür verantwortlich, das Laden der E-Autos für den Verbraucher so einfach wie möglich zu gestalten. „Während ich bei Tesla war, stellte ich fest, dass ich dafür zunächst bewerkstelligen musste, dass Verbraucher ihre Wagen auch problemlos zu Hause laden können, sagte Asunción. Das Energieministerium der Vereinigten Staaten schätzt, dass mehr als 80 Prozent der Ladevorgänge von E-Autos zu Hause erledigt werden.
Das inspirierte Asunción dazu, seine gesamte Karriere diesem Teil der Elektromobilität zu widmen. 2015 gründete er in Barcelona mit Wallbox ein Startup für Ladestationen von E-Autos. Das Unternehmen hat seitdem diverse Ladelösungen für zu Hause, Schnellladestationen und Systeme für Energiemanagement entwickelt.
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Greg Reichow, Gesellschafter bei Eclipse Ventures
Bevor Greg Reichow bei Eclipse Ventures einstieg, hatte er die Produktionsleitung bei Tesla inne.
Eclipse Ventures
Sechs Jahre verbrachte Greg Reichow bei Tesla. Von 2011 bis 2016 fungierte er stellenweise als Leiter der Produktion. Heute ist Reichow Gesellschafter bei dem Risikokapitalgeber Eclipse Ventures. Laut eigenen Angaben lernte er bei Tesla vor allem, dass unkonventionelle Geschäftsstrategien oftmals zu Erfolg führen können.
„Es gibt nicht diese eine, einzig richtige Art und Weise, ein Unternehmen zu führen“, sagte Reichow. „Es ist wichtiger zu wissen, welches einzigartige Produkt ich herstellen möchte und dieses dann so zu verkaufen, wie es bislang kein anderes Unternehmen getan hat.”
Bei Tesla würde die Optimierung des Unternehmens nicht durch eine möglichst effiziente Produktion entstehen, so Reichow. „Im Zentrum des Produktionsprozesses stand, ein Auto zu erschaffen, das so noch nicht auf dem Markt war“, sagte Reichow. „Es mussten viele neue Technologien entworfen werden und das in einer Schnelligkeit, die die Automobilbranche zuvor nicht gewohnt war.”
Gene Berdichevsky, Gründer und Chef von Sila Nanotechnologies
In der Branche ist Gene Berdichevsky als siebter Angestellter von Tesla bekannt.
Sila Nanotechnologies
Gene Berdichevsky war der siebte Angestellte bei Tesla. Das war noch bevor Elon Musk gleichbedeutend für den Begriff Tesla wurde. Berdichevsky habe von dem Unternehmen hauptsächlich gelernt, dass es eine gewisse Unabhängigkeit und den Willen, einen neuen Weg einzuschlagen, benötige, um etwas Einzigartiges zu erschaffen.
„Von Anfang an war in Teslas DNA der Gedanke manifestiert, dass man sich auf niemanden außerhalb der eigenen vier Wände verlassen sollte, wenn man etwas erfinden möchte“, so Berdichevsky im Gespräch mit Business Insider. „Man muss von Anfang an alles selbst machen und jede Aufgabe im eigenen Team bewältigen. Dieser Prozess führte zu einer Menge Innovationen, da die benötigten Technologien erst noch ausgereift werden mussten.”
Heute ist Berdichevsky Chef von Sila Nanotechnologies, einem Unternehmen, das Grafit in den Batterien von E-Autos durch Anodenmaterial aus Silikon zu ersetzen will. Die direkten Konkurrenten des Startups sind niemand geringeres als Panasonic und LG Chem.
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Rob Ferber, technischer Leiter bei Xos Trucks
Rob Ferber war eines der Gründungsmitglieder bei Tesla. Er sagte, das Unternehmen habe ihm vor allem den Umgang mit Kunden beigebracht. Heute ist Ferber technischer Leiter des Startups Xos Trucks, das vor fünf Jahren in Los Angeles gegründet wurde. Das Unternehmen ist spezialisiert auf elektrobetriebene Lkw. Es hat bereits Verträge mit UPS und FedEx.
„Dass es wichtig ist, dem Kunden zuzuhören und mit ihm direkt zu interagieren, ist sicherlich kein neuer Geheimtipp“, sagte Ferber. „Aber es ist etwas, das trotzdem immer wieder vergessen wird.” Auch heute noch seien Gespräche, in denen die Technologien den Kunden direkt demonstriert werden können, am effektivsten. „Man muss dem Kunden etwas in die Hand drücken und es ihn selbst ausprobieren lassen, so Ferber.
Anil Paryani, Chef von Auto Motive Power
Anil Paryani hat bei Tesla an den Algorithmen der Batterien für das Model S und den Roadster gearbeitet.
AMP
Fünf Jahre lang hat Anil Paryani bei Tesla an den Algorithmen der Batterien für das Model S und den Roadster gearbeitet. Später gründete er Auto Motive Power (AMP), ein Startup für Batterieladesysteme und Energiemanagement. Paryani sagte, Tesla habe ihm den Wert eines innovativen Mindsets beigebracht.
„Wenn Tesla etwas umsetzen will, ist es dank vertikaler Integration nicht auf Zulieferer angewiesen. Als ich noch bei Tesla tätig war, haben wir mit Zulieferern gearbeitet, die nicht mit der Geschwindigkeit der Innovationen Schritt halten konnten. Diese Erfahrung beeinflusst Paryanis Herangehensweisen auch heute noch. Als Chef eines neuen Industriezulieferers ist er darauf angewiesen, die Aufmerksamkeit alteingesessener Automobilhersteller zu bekommen, die sich an altbewährte Prozesse klammern. Um dabei Erfolg zu haben, müsse man lernen, anders zu denken, so Paryani.
„Eine Vielzahl an Erstausrüstern konzentrieren sich lieber auf einzelne Komponenten als auf Gesamtlösungen“, sagte Paryani. „Diese tradierten Gedankenstrukturen müssen sich ändern.”
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Peter Carlsson, Chef von Northvolt
Peter Carlsson, Gründer und Chef des erfolgreichen Batterie-Startups Northvolt, arbeitete vier Jahre lang für Tesla. Unter anderem war er in der Leitung des Lieferkettenmanagements tätig. Für Musk zu arbeiten habe ihm beigebracht, Vorurteile zu überwinden. Dies begleitete ihn auch noch, als er das Unternehmen 2015 verließ, um optimierte Batterietechnologien zu entwickeln.
Sogar nach jahrelanger Erfahrung in der Branche habe er immer wieder Neues gelernt, so Carlsson. „Elon hat mir eine Menge an Dingen beigebracht. Ich dachte immer, ich wäre sehr erfahren, was die Arbeit im Lieferkettenmanagement anbelangt. Elon stellte all das, was ich dachte zu wissen, infrage und ließ mich Dinge dadurch von einer neuen Seite sehen. Ist das, was ich vor fünf oder zehn Jahren gelernt habe, heute wirklich noch relevant?
Dieser Artikel wurde von Anika Faber aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.
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