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    Schon wieder mehr als 1.000 Tote: Warum trotz des harten Lockdowns die Corona-Zahlen nicht sinken

    Zusammenfassung:Jason Tschepljakow/ picture allianceObwohl Deutschland seit dem 16. Dezember in einem „harten“ Lockd

      Jason Tschepljakow/ picture alliance

      Obwohl Deutschland seit dem 16. Dezember in einem „harten Lockdown ist, der Anfang 2021 noch einmal verschärft wurde, sinken die Zahlen der neu mit dem Coronavirus Infizierten weiterhin nicht bedeutsam.

      Ein Grund für diese Entwicklung ist wohl auch die Psychologie des Menschen — vor allem sein subjektives Einschätzen von Gefahren und Risiken.

      Auch Büros sind noch immer ein Ort, an dem sich Menschen anstecken. Für mehr Klarheit in der Frage, wo genau sich in Deutschland die meisten Personen infizieren, braucht es allerdings eine bessere Datengrundlage, sagen Experten.

      Mehr Artikel auf Business Insider findet ihr hier.

      Zwischen dem, was sein sollte und dem, was ist, herrscht in Bezug auf die Corona-Inzidenz momentan eine beachtliche Diskrepanz. Weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner je Woche — so lautete vor etwa einem Monat der Wunsch der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina für den Januar. In einer Stellungnahme vom 8. Dezember erklärten die Forscherinnen und Forscher diesen Wert für erreichbar, „wenn ab dem 14. Dezember die Maßnahmen streng verschärft werden.

      Der harte Lockdown folgte prompt, am 16. Dezember. Er gilt bis heute. Nur die Neuinfektions-Zahlen — die sanken seither nicht bedeutsam, soweit man dies durch die Verzögerung der Meldedaten über die Feiertage und den Jahreswechsel bisher absehen kann. Im Gegenteil. Am Morgen des 13. Januar verzeichnet das Robert-Koch-Institut (RKI) deutschlandweit im Durchschnitt 164,5 Infizierte pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Das ist weit von den 50 entfernt, die man erreichen wollte. 19.600 Corona-Neuinfektionen gab es in den vergangenen 24 Stunden — und 1.060 Todesfälle.

      Stellt sich die Frage, wie es sein kann, dass sich trotz geschlossenen Einzelhandels, trotz umfassender Kontakt- und sogar Bewegungsradius-Beschränkungen, trotz Kita- und Schulschließungen das Virus in Deutschland unaufhörlich weiter verbreitet. Wo stecken die Menschen sich an, wenn doch so viele vermeintliche Infektionsherde gar nicht mehr bestehen?

      Gute Absichten, schlecht umgesetzt

      In vielen Fällen wisse man tatsächlich nicht, wo Betroffene sich angesteckt haben, sagt Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen. „Einerseits haben wir zwar weniger Kontakte, andererseits wissen wir scheinbar aber trotzdem wenig darüber, wo es gewesen sein könnte.“ Es gebe wenige große Ausbrüche. „Von Infektionsherden kann man nicht wirklich sprechen, eher von einzelnen Kerzen.”

      Zieht man die COSMO-Studie der Universität Erfurt zu Rate, stößt man allerdings auf einen weiteren Risikofaktor: den Menschen an sich — und seine subjektive Wahrnehmung von Risiken und Gefahren. In den jüngsten zwei Durchgängen der Studie vom 22./23. und 29./30. Dezember wurden jeweils rund 1.000 Menschen aus Deutschland zu ihrem Verhalten in Bezug auf Corona befragt. Was dabei herauskam, fasst Studienleiterin und Psychologin Cornelia Betsch im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ so zusammen: „Viele Menschen haben zwar gute Intentionen, folgen denen dann in der Praxis aber nicht.”

      Was Betsch damit meint: Auch Menschen, die die Anzahl ihrer Kontakte aufgrund des Virus eingeschränkt haben, führen ihre guten Ansichten ad absurdum, sobald sie auf Menschen treffen, die ihnen nahestehen. Dann umarmen sie die andere Person, kommen ihr nahe — und stecken sich oder den anderen mit viel höherer Wahrscheinlichkeit an. Platt ausgedrückt: Treffen wir unsere beste Freundin, wähnen wir uns angesichts der uns vertrauen Person in Sicherheit. Obwohl diese Freundin genauso gut wie irgendein Fremder eine Überträgerin des Coronavirus sein könnte — und auch wir selbst sie genauso gut anstecken könnten.

      Vertraute Menschen lassen unsere Vorsicht schwinden

      In Zahlen manifestiert sich das so: 40 Prozent der in der COSMO-Studie Befragten gab an, in den zwei Wochen vor dem 29. Dezember mindestens einmal an einem privaten Treffen mit mehr als fünf Personen in geschlossenen Räumen teilgenommen zu haben. Fast ein Fünftel war im selben Zeitraum im beruflichen Kontext bei einem solchen Treffen dabei. Zu Weihnachten hat nur rund die Hälfte der Befragten keinen oder nur einen weiteren Haushalt getroffen. Und etwa ein Fünftel der Teilnehmenden gab sogar an, über Weihnachten drei oder mehr Haushalte getroffen zu haben.

      Das Zusammensein mit Menschen, mit denen wir uns stark verbunden fühlen, lässt uns unvorsichtig werden. Das hätten schon frühere Untersuchungen gezeigt, heißt es in einer Zusammenfassung der Studie. „Und dies zeigt sich auch an Weihnachten; höhere empfundene soziale Verbundenheit führte zu weniger Maske tragen, weniger Abstand, weniger Risikowahrnehmung“, steht dort weiter. Und: „Daraus resultierte auch eine geringfügig geringere Intention, in den Tagen nach Weihnachten die Kontakte zu reduzieren.”

      „Richtig dolle draufhauen

      Natürlich gibt es auch andere Infektionsherde, etwa Büros. So sagte etwa die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig am Sonntagabend in der ARD-Talkshow „Anne Will, der Arbeitsplatz sei ein Bereich, wo noch mehr Kontakte eingeschränkt werden könnten. Derzeit gebe es noch viel weniger Menschen im Home Office als im Frühjahr.

      Wichtig sei, zu verhindern, dass sich Menschen bei der Arbeit träfen und vielleicht noch zusammen essen gingen oder im Pausenraum die Masken abnähmen. Das sind Maßnahmen, die sind jetzt ganz, ganz wichtig“, sagte Brinkmann. „Wir müssen wirklich noch mal richtig dolle draufhauen. Und je doller und schneller wir Virusübertragungen jetzt unterbrechen können, desto besser.”

      Bessere Datengrundlage nötig

      Tatsächlich werden die Forderungen nach einem einem Home Office-Gebot, an das sich Arbeitgeber verbindlich halten müssen, immer lauter. Dass strenge Maßnahmen helfen, die Ausbreitung des Virus deutlich zu verringern, zeigen Beispiele wie China, wo die Regierung viel rigoroser durchgreift. Ob man das mit all den damit verbundenen Folgen wolle, müsse aber für jeden einzelnen Fall diskutiert werden, sagt Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie.

      Klar sei, dass die Grundlagen für politische Entscheidungen verbessert werden müssten. „Wir können unsere Entscheidungen noch nicht gut begründen, auf Grundlage von Daten“, sagt der Epidemiologe. „Wir wissen nicht mal hinterher, was ausschlaggebend gewesen ist.” Weil die Pandemie noch Monate anhalten werde, sei es wichtig, gemeinsam festzuzurren, welche Daten man erheben wolle und wie diese intelligent interpretiert werden können. Das laufe bisher viel zu lückenhaft und uneinheitlich.

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      mit dpa

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