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    Zwischen Vorbild und „neuem Wuhan — der Umgang Skandinaviens mit der Corona-Krise

    Zusammenfassung:Antony McAulay via shutterstockZuletzt hat sich die Corona-Pandemie auch in Skandinavien wieder vers

      Antony McAulay via shutterstock

      Zuletzt hat sich die Corona-Pandemie auch in Skandinavien wieder verstärkt ausgebreitet. Dennoch ist die konkrete Situation in den Ländern sehr unterschiedlich.

      Im europäischen Vergleich sind die Zahlen dennoch im Mittelfeld (für Schweden) und deutlich darunter für Dänemark, Norwegen, Finnland und Island.

      Die nordischen Länder eint zudem, dass sie eher auf Eigenverantwortung als auf Verbote setzten und das öffentliche Leben während der zweiten Welle weniger einschränken als viele andere Länder in Europa.

      Mehr Artikel auf Business Insider findet ihr hier.

      Finnland, Norwegen, Dänemark, Schweden und Island: Neben dem Kreuz auf der Flagge haben die skandinavischen Länder viele andere Gemeinsamkeiten. Dazu gehört auch, dass sich die Corona-Pandemie dort momentan ebenfalls wieder verstärkt ausbreitet.

      Auch teilen die nordischen Länder einige kulturelle Eigenheiten. Dazu gehört wohl auch eine gewisse Skepsis gegenüber dem Maskentragen. In einigen Ländern gilt inzwischen zwar eine Maskenpflicht im ÖPNV, außerhalb davon bleibt es aber bei Empfehlungen — und selbst in Geschäften tragen viele keine Masken.

      Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben fünf bis zehn Prozent der Skandinavier an, regelmäßig im öffentlichen Raum eine Maske zu tragen. Dieser Prozentsatz ist seit Beginn der Pandemie relativ stabil, während er in vielen anderen Ländern etwa von null auf 70 bis 80 Prozent gestiegen ist.

      Laut Søren Riis Paludan, Professor für Biomedizin an der Universität Aarhus, ist dies auf die kulturellen Eigenheiten der Skandinavier zurückzuführen. „Entscheidend war und ist in den nordischen Ländern die öffentliche Akzeptanz der Verhaltensempfehlungen. Leute zu zwingen, Masken auf der Straße zu tragen, würde nicht funktionieren. Für Dänen und andere Skandinavier müssten die Empfehlungen Sinn ergeben, damit sie sie befolgen, erklärte er in einem Interview mit der Financial Times.

      „Es ist sehr gefährlich zu glauben, dass Masken ein Gamechanger sind

      Die Überzeugung, dass Maskentragen in einer Pandemie notwendig ist, hat sich selbst unter Experten in Skandinavien bisher nicht so durchgesetzt wie in anderen europäischen Ländern: „Es ist sehr gefährlich zu glauben, dass Masken ein Gamechanger sind, wenn es um Covid-19 geht, kommentiert Anders Tegnell, Schwedens staatlicher Epidemiologe, gegenüber der Financial Times.

      Der Umgang mit der Maske steht beispielhaft dafür, wie skandinavische Länder mit der Corona-Krise umgehen. Generell setzen die nordischen Länder mehr auf Eigenverantwortung und weniger auf staatliche Regeln. Dies liegt wohl aber auch daran, dass Verbote und Gebote weniger notwendig sind als in anderen Ländern — denn das Vertrauen in die Regierung ist in Skandinavien traditionell hoch. Empfehlungen werden daher eher befolgt als anderswo.

      Jonas Ludvigsson, Professor für Epidemiologie am Karolinska-Institut in Stockholm, erklärt gegenüber der Financial Times: „Wenn die schwedische Gesundheitsbehörde sagt, dass es keinen Grund gibt, Masken zu tragen, tragen die Menschen auch keine Masken. In anderen Ländern, in denen es weniger Vertrauen in die Regierung gebe und in denen das Tragen von Masken nicht empfohlen werde, machten es die Menschen mitunter trotzdem.

      Schweden ist radikaler als seine nordischen Nachbarn

      Am stärksten ausgeprägt ist das skandinavisch-liberale Krisenmanagement in Schweden. Über kein anderes Land wurde wohl so viel berichtet. Nach wie vor ist das öffentliche Leben in dem Land mit zehn Millionen Einwohnern relativ uneingeschränkt.

      Sorgen bereitet jedoch eine verstärkte Ausbreitung in Alten- und Pflegeheimen, weshalb die Regierung ein Besuchsverbot erlassen hat. Der schwedische Sonderweg wird von machen zum Vorbild für Europa hochgejubelt, während er anderen als tödlicher Irrtum gilt.

      Masken sind immer noch eher die Ausnahme in Stockholm als die Regel.

      JONATHAN NACKSTRAND / Kontributor via getty images

      Die Wahrheit dürfte irgendwo dazwischen liegen. Gemessen an den durchschnittlichen Neuinfektionen pro 100.000 (Stand jeweils 13.11) in den vergangenen sieben Tagen liegt Schweden mit 286 im europäischen Mittelfeld. In Frankreich sind es trotz drastischsten Einschränkungen 443, in Österreich 511 und in Luxemburg sogar 650. In Spanien liegt der Wert knapp unter dem schwedischen, in Deutschland mit 158 deutlich darunter.

      „Dänemark könnte ein neues Wuhan werden

      Auch die anderen skandinavischen Länder haben deutlich weniger Neuinfektionen. Dänemark ist das am zweitschwersten betroffene Land im Norden. Hier liegt der Wert bei 123 (Stand 13.11) und damit noch unter dem der Deutschen. In dem Land sind — wie auch im benachbarten Schweden — Cafés, Restaurants, kulturelle Einrichtungen und Sportstätten mit reduzierten Kapazitäten weiterhin geöffnet.

      Sorgen bereitet jedoch eine Mutation des Virus, welche bei Nerzen in Farmen im Norden des Landes entdeckt wurde und die inzwischen in mindestens 214 Fällen auf Menschen übertragen wurde. Die Befürchtungen, dass eine mutierte Version des Virus die Wirksamkeit eines Impfstoffs beeinträchtigen könnte, sind groß. Deshalb gelten in der Region Jütland, in der die meisten dieser Fälle aufgetreten waren, weit strengere Regeln.

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      Dänemark ist der weltweit größte Produzent von Nerzfellen. Um eine weitere Ausbreitung des mutierten Virus zu stoppen, sollen alle 17 Millionen Nerze notgeschlachtet werden. Die rechtliche Grundlage dafür scheint aber wackelig zu sein, weshalb die Maßnahme womöglich noch gestoppt werden muss.

      Eine Übertragung von Mensch auf Tier und zurück auf den Menschen ist vor allem deshalb besorgniserregend, weil sie bisher seit dem Ausbruch auf dem Tiermarkt von Wuhan nicht mehr beobachtet wurde — und die Folgen der Mutation nicht abzusehen sind. Deshalb wählte der Mikrobiologe Hans Jörn Kolmos im Gespräch der dänischen Lokalzeitung „Jydske Vestkysten den drastischen Vergleich für die Situation: „Dänemark könnte ein neues Wuhan werden.

      Norwegen geht strikter gegen das Virus vor als Dänemark

      Die Maßnahmen in Norwegen sind etwas strikter als in Schweden und Dänemark: Einreisende müssen sich in Quarantäne begeben, in der Hauptstadt Oslo sind Kinos, Theater und Schwimmhallen geschlossen. Restaurants und Café dürfen jedoch geöffnet bleiben, sofern diese kein Alkohol ausschenken.

      Mit 71 Fällen pro 100.000 Einwohner (Stand 13.11) ist Norwegen ohnehin eines der Länder mit der geringsten Ausbreitungsgeschwindigkeit in Europa — und in der Tendenz nimmt das Infektionsgeschehen zudem weiter ab.

      Ein Metalkonzert in Oslo am 5. November – unter Einhaltung der Abstandsregeln.

      Per Ole Hagen / Kontributor via getty images

      Finnland und Island gehen unterschiedliche Wege — und gehören beide zu den am wenigsten betroffenen Ländern

      Finnland kommt bisher europaweit am besten durch die Krise. Mit 27 Infektionen pro 100.000 (Stand 13.11) weist das Land die niedrigste Übertragungsrate auf. Es gelten Einreisebeschränkungen und Einschränkungen für Bars und Restaurants, generell ist das öffentliche Leben aber weiterhin wenig eingeschränkt. Im Frühjahr hatte das Land jedoch gezeigt, dass es auch anders kann und hatte einen zweiwöchigen Lockdown über die Hauptstadt Helsinki verhängt.

      Der Inselstaat Island hatte am 12. November nur zehn Neuinfektionen an einem Tag. Aufgrund der geringen Einwohnerzahl zählt das Land dennoch als Risikogebiet. Das öffentliche Leben sowie die Einreise sind im Gegensatz zu den nordischen Nachbarn stark eingeschränkt. Die harte Reaktion der Regierung dürfte auf die Situation im Frühjahr zurückzuführen sein. Damals hatte das Land zwischenzeitlich die höchste Infektionsrate der Welt.

      Auch ansonsten schert das Land ein wenig aus. Im Gegensatz zu den anderen nordischen Ländern ist das Vertrauen in das Krisenmanagement der Regierung dort stark gesunken: von 70 Prozent im Frühjahr auf 25 Prozent, wie das ZDF berichtet. Im europäischen Vergleich ist die Infektionsrate mit 39 pro 100.000 (Stand 13.11) dennoch sehr gering.

      Skandinavien kommt im europäischen Vergleich relativ gut durch die Krise

      Mit Ausnahme von Island verfolgen die Länder Skandinaviens also eher ein liberales Krisenmanagement, dass auf Eigenverantwortung statt auf Verbote setzt. Obwohl sich die Situation dort wie überall in den vergangenen Wochen zugespitzt hat, ist sie bisher nirgends dramatisch —und im europäischen Vergleich sogar relativ entspannt.

      Dies ist umso überraschender, als skandinavienweit das öffentliche Leben bisher weniger eingeschränkt ist als im Rest Europas — und gerade auch das Maskentragen weniger üblich ist als in anderen Ländern. Dennoch dürften in den kommenden Wochen vielerorts die Regeln eher verschärft als abgeschwächt werden.

      Doch die nordischen Länder eint darüber hinaus, dass sie alle eine geringe Bevölkerungsdichte aufweisen: von 18 Einwohner pro Quadratkilometer in Finnland bis 138 in Dänemark. Zum Vergleich: In Belgien leben auf derselben Fläche 367 Menschen. Zusammen mit gut ausgebauten Gesundheitssystemen und einem hohen Lebensstandard sowie dem hohen Anteil an Singlehaushalten in allen skandinavischen Ländern, bringt all dies ebenfalls einige Vorteile bei der Bekämpfung des Virus.

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