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    „Die Gesundheitsämter müssen schneller als das Virus sein: Eine Forscherin erklärt, warum der Lockdown notwendig war — und worauf es nun ankommt

    Zusammenfassung:REUTERS/Kai PfaffenbachJe älter jemand bei einer Infektion mit dem Coronavirus ist, desto größer ist

      REUTERS/Kai Pfaffenbach

      Je älter jemand bei einer Infektion mit dem Coronavirus ist, desto größer ist auch dessen Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19.

      Die Max-Planck-Forscherin Viola Priesemann und ihr Team haben ein Modell entwickelt, um anhand der Altersgruppen bei den Neuinfektionszahlen die Auswirkungen auf die Krankenhäuser und künftige Todesfälle zu berechnen.

      Die Kontrolle über das Infektionsgeschen gehört zu den wirksamsten Methoden, um Risikogruppen zu schützen.

      Mehr Artikel auf Business Insider findet ihr hier.

      Covid-19 ist eine heimtückische Krankheit. Denn viele Infizierte tragen das die Krankheit auslösende Coronavirus weiter, ohne Symptome oder nur schwach ausgeprägte Anzeichen bei sich selbst festzustellen. Doch bei einem schweren Verlauf sind die Folgen oft dramatisch: Betroffene haben das Gefühl zu ersticken, müssen beatmet werden und liegen mitunter wochenlang auf der Intensivstation, wo sie mit viel Personalaufwand überwacht werden müssen. Je älter ein Infizierter ist, desto größer ist auch sein Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19.

      Die unbemerkte Verbreitung dürfte ein Grund dafür sein, warum das Virus so schnell um die Erde gelangte — und warum Covid-19 an vielen Orten wie Norditalien, Heinsberg oder im bayerischen Tiefenbach so plötzlich die Krankenhäuser füllte. Junge mobile Menschen steckten sich auf Geschäftsreise oder im Urlaub beim Skifahren an und verbreiteten es in ihrem Heimatort unbemerkt weiter. Erreichte das Virus beispielsweise durch eine Feier in großer Zahl die Älteren, stiegen nach einigen Tagen die Krankenhauseinlieferungen und mit einiger Verzögerung auch die Todesfälle rasant an. Aufgrund der hiesigen Familien- und Bevölkerungsstruktur und der frühzeitigen Unterbrechung der ersten Welle, kam es in Deutschland im Frühjahr dennoch im Vergleich mit anderen Ländern zu weniger Todesfällen.

      Die steigenden Neuinfektionszahlen bei den Über-60-Jährigen führten auch zu einem Anstieg der Todesfälle

      Doch das Muster, das bereits im Frühjahr beobachtet wurde, wiederholte sich nun auch im Herbst. Im Sommer und noch im September infizierten sich vor allem jüngere Menschen unter 60 Jahren mit dem Coronavirus. Auch wenn die Zahl der Neuinfektionen in dieser Zeit auf bis etwa 2.500 am Tag stieg, wirkte es sich auf die Krankenhäuser kaum aus, da Jüngere zwar auch, aber seltener schwer an Covid-19 erkranken. Zudem blieb unsicher, wie stark die höhere Zahl an Tests im Vergleich zum Frühjahr das Bild möglicherweise verzerren könnte.

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      Im Oktober stiegen dann nicht nur die Neuinfektionszahlen insgesamt stark auf nun mehr als 15.000 am Tag an, sondern auch der Anteil unter den Über-60-Jährigen. Es werden auch wieder mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet. Auf diesen Zusammenhang haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts aufmerksam gemacht.

      Ende Oktober berechneten Viola Priesemann, Leiterin einer Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, und ihr Team mit einer modellbasierten Analyse, dass sich die Zahl der Todesfälle in den ersten beiden Novemberwochen verdoppeln könnte — auf 500 bis 800 oder mehr pro Woche. Bei ihren Modellrechnungen nahmen die Wissenschaftler an, dass die Entwicklung der Todesfälle den gemeldeten Neuinfektionen mit einer Verzögerung von 14 Tagen folgt. Die Forscher haben leider recht behalten: Zwischen dem 1. und dem 13. November hat das Robert-Koch-Institut 1.748 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Und durch das Infektionsgeschehen zuletzt dürften sie auch in den kommenden zwei Wochen kaum sinken.

      „Die Gesundheitsämter müssen schneller als das Virus sein

      Aber sollten die Risikogruppen nicht inzwischen besser gewarnt und geschützt sein als noch im Frühjahr? Als wesentlichen Grund für die gestiegene Zahl an Neuinfektionen bei Menschen über 60 Jahren sei laut Priesemann, dass die Gesundheitsämter die Kontaktpersonen von Infizierten nicht mehr konsequent verfolgen und isolieren können, weil sie überlastet sind.

      „Die Gesundheitsämter müssen schneller als das Virus sein, um Infektionsketten stoppen zu können“, sagte Priesemann in einem Online-Pressegespräch, an dem auch Business Insider teilgenommen hat. Werde der Kipppunkt im Infektionsgeschehen überschritten, sei es schwieriger, die Epidemie zu kontrollieren, die Dunkelziffer steigt. „Es ist wichtig, die Dunkelziffer niedrig zu halten. Wer nicht weiß, dass er infiziert ist, ändert sein Verhalten nicht”, betonte Priesemann.

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      Zudem drohe Gefahr durch erschöpfte Testkapazitäten. „Wir haben zurzeit etwa 1,5 Millionen PCR-Tests in Deutschland pro Woche. Die sind schnell verbraucht“, erklärte die Forscherin. „Mit den etwa 20.000 Neuinfektionen pro Tag macht das etwa 140.000 Neuinfektionen pro Woche. 140.000 von 1,5 Millionen Tests ist eine Positivrate von etwa 10 Prozent. Da ist es vollkommen logisch und klar, dass man nicht mehr alle Personen testen kann, die man eigentlich gerne testen würde.”

      Aktuelle Beispiele zeigen die Wirksamkeit von Lockdowns

      Deutschland habe mittlerweile ein gutes Test- und Kontaktnachverfolgungssystem. Wohl auch deswegen hat die zweite Welle hierzulande vergleichsweise spät eingesetzt. Priesemann geht davon aus, dass die Dunkelziffer im Sommer und Spätsommer sehr niedrig war. Doch es zeigte sich, dass gerade Grenzregionen als erstes hohe Fallzahlen entwickelt haben. „Aus theoretischer Sicht wäre ein früherer Lockdown richtig gewesen. Aber Mitte September wäre er politisch wohl nicht kommunizierbar gewesen, meinte Priesemann.

      Damit die Fallzahlen wieder sinken, müsse der R-Wert deutlich unter 1 gebracht werden. Er zeigt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter ansteckt. Je höher er ist, desto schneller verbreitet sich auch das Virus.

      Länder wie Australien oder Israel hätten dies bei ihrer zweiten Welle durch einen harten Lockdown geschafft. „Das Berchtesgadener Land ist definitiv ein Beispiel, wo man sehen kann, dass die Fallzahlen auch relativ schnell wieder runtergehen können“, sagte die Wissenschaftlerin mit Verweise auf die erste Gemeinde in Deutschland, die im Herbst in den Lockdown ging. „Das A und O ist: Es kommt darauf an, Kontakte zu reduzieren. Da muss jedes Land seinen eigenen Weg finden.”

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      Nur durch niedrigere Fallzahlen lasse sich die Kontrolle wiedererlangen. Zudem schützen sie auch die Risikogruppen, da es weniger asymptomatische Überträger gibt. Den Weg einer Herdenimmunität, wie ihn manche befürworten, kann Priesemann wenig abgewinnen. Abgesehen von den Risiken, die damit einhergehen, dauere dies auch viel zu lange. „Die zweite Welle weist deutlich darauf hin, dass wir noch keine große Immunität haben, sagte die Forscherin.

      In Deutschland ließen sich die aktuellen Maßnahmen durch die verzögerten Auswirkungen noch nicht erkennen. Allerdings hat sich das Wachstum verlangsamt. Die Hoffnung ist, die Pandemie schnell wieder in den Griff zu bekommen: „Wir sind zwei Wochen Lockdown von niedrigen Fallzahlen weg — wenn der Lockdown wirksam ist.

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