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    Alkohol, Rauchen, Naschen: Warum verhalten wir uns ungesund, obwohl wir es eigentlich besser wissen?

    Zusammenfassung:ViChizh/ShutterstockNur neun Prozent der Menschen in Deutschland leben rundum gesund.Während bei Rau

      ViChizh/Shutterstock

      Nur neun Prozent der Menschen in Deutschland leben rundum gesund.

      Während bei Rauchen und Alkohol ein Suchtproblem dahinter stecken kann, liegt ungesundes Verhalten wie zu wenig Schlaf und Bewegung oder eine schlechte Ernährung häufig an Nachlässigkeit und falschen Gewohnheiten.

      Wer seinen Lebensstil ändern will, sollte realistische Ziele anstreben, rät die Psychologin Anja Achtziger: „Wer zu viel auf einmal will, ist schnell frustriert.

      Mehr Artikel auf Business Insider findet ihr hier.

      Na, heute Nacht acht Stunden geschlafen? Bestimmt frühstückt ihr auch ein gesundes Müsli mit frischem Obst, geht morgens joggen oder fahrt mit dem Fahrrad zur Arbeit. Dort steht ihr jede halbe Stunde auf oder arbeitet immer wieder im Stehen. Zum Mittagessen greift ihr eher zu Gemüse und Vollkornprodukten als zu Schnitzel und Pommes. Natürlich raucht ihr auch nicht. Und nach Feierabend macht ihr Sport, entspannt und trinkt wie schon den ganzen Tag nur Wasser und ungesüßten Tee, bevor ihr pünktlich das Licht ausmacht und einschlaft.

      Falls all das tatsächlich stimmt: Glückwunsch zu eurem rundum gesunden Leben. Doch tatsächlich gehört ihr in diesem Fall zu einer Minderheit: Nach einer Studie der Krankenkasse DKV halten sich nur neun Prozent der Menschen in Deutschland an die Empfehlungen der Wissenschaft, was Bewegung, Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum und Stressverhalten angeht.

      Die große Mehrheit von uns lebt also mehr oder weniger ungesund — und das, obwohl wir es eigentlich meist besser wissen. Selbst Menschen, die in ihrem Berufsalltag tagtäglich vor Augen haben, was für Folgen ungesundes Verhalten hat — wie Ärzte — sind davor nicht gefeit.

      „Spannung zwischen Wissen und dem eigenen Verhalten

      Beispiel Rauchen: So gut wie jeder Raucher dürfte wissen, dass seine Angewohnheit nicht nur viel Geld kostet, sondern auch sein Risiko für schwere Krankheiten wie Herzinfarkte und Lungenkrebs deutlich steigen lässt. Auch Chips, Bonbons, Limonade und Fertiggerichte stehen nicht gerade in dem Ruf, besonders gesund zu sein. Trotzdem isst jeder Deutsche 31 Kilogramm Süßwaren sowie zwölf Tiefkühlpizzen pro Jahr und trinkt dazu 82 Liter Cola und Limo.

      In der Sozialpsychologie heißt das Phänomen kognitive Dissonanz. Nach dieser Theorie streben Menschen nach innerer Harmonie und danach, dass Verhalten und innere Einstellung übereinstimmen. Ist dies nicht der Fall, äußert sich dies durch unangenehme Gefühle, Unzufriedenheit oder ein schlechtes Gewissen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Menschen konventionelles Fleisch essen, obwohl sie Tierleid und die Massentierhaltung ablehnen.

      Als eine „Spannung zwischen Wissen und dem eigenen Verhalten“ beschreibt es Anja Achtziger, Inhaberin des Lehrstuhls für Sozial- und Wirtschaftspsychologie an der Zeppelin-Universität am Bodensee. Um diese Spannung aufzulösen, verdrängen oder ignorieren Menschen Informationen, die ihrem Verhalten zuwiderlaufen. Beim „Fleischparadox” zeigt sich beispielsweise, dass Menschen Fleisch bevorzugen, dessen tierischer Ursprung schwerer erkennbar ist — weil zum Beispiel keine Knochen mehr vorhanden sind. Oder sie suchen sich eigene Erklärungen und verweisen auf Gegenargumente — beispielsweise auf den Opa, der trotz Rauchen älter als 90 geworden ist.

      Menschen sind Gewohnheitstiere — das kann zum Problem werden

      Trennen müsse man allerdings zwischen ungesundem Verhalten und einer Sucht. „Rauchen und Alkohol verändern das Gehirn, es gibt also auch physiologische Komponenten“, sagt Achtziger. „Das führt zu erheblichem Suchtdruck. Ungesundes Verhalten wie zu wenig Schlaf hat eher mit Nachlässigkeit sich selbst gegenüber zu tun.”

      Zudem müssen Menschen gegen einen mächtigen Gegner ankämpfen: Die Routine. „Wir haben bestimmte Gewohnheiten entwickelt und müssen viel Mühe und Zeit investieren, um sie zu ändern. Das fällt uns sehr schwer“, erklärt Achtziger. Gute Vorsätze, wie zu Neujahr, scheitern oft schon innerhalb weniger Wochen. „Der Grund ist simpel: Die Menschen durchdenken es zu wenig. Ich muss mich erst genau informieren: Was ist eigentlich gesunde Ernährung? Was ist guter Schlaf? Dann muss ich mir einen Plan ausarbeiten, ihn aufschreiben und mir wohldosierte Ziele setzen. Das ist anstrengend.”

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      Viele Menschen wollen lieber die schnelle Belohnung als auf eine spätere zu warten. Der leckere Muffin jetzt ist verlockender als Zufriedenheit mit dem Gewicht später. Die Netflix-Serie am Abend ist spannender als das Ausgeschlafensein am nächsten Tag. Besonders wichtig ist daher, durchzuhalten, um Kopf und Körper langfristig an die Veränderung anzupassen. „Wir können uns Gewohnheiten auch abgewöhnen. Wer beispielsweise täglich Schoki isst, dem fällt der Verzicht am Anfang schwer. Aber das schwächt sich ab und wir erleben neuropsychologisch einen Belohnungseffekt: Ich fühle mich besser, verliere vielleicht Gewicht, sagt die Wissenschaftlerin. Dabei würden auch uns unbewusste Assoziationen im Gehirn abgeschwächt — beispielsweise Appetit zu bekommen, wenn wir am Kühlschrank vorbeilaufen.

      Das soziale Umfeld spielt eine große Rolle — positiv wie negativ

      Achtziger rät dazu, realistische Ziele anzustreben. Auch eine Beratung von außen kann helfen. „Die Ziele müssen so gesteckt sein, dass sie mich nicht überfordern. Wer zu viel auf einmal will, ist schnell frustriert“, warnt die Psychologin. „Die Kunst ist, das Ziel peu à peu zu erhöhen.” Wer einen Marathon laufen will, fange schließlich auch nicht gleich am ersten Tag mit der gesamten Strecke an. Ähnlich ist es beim Vorsatz, „ab morgen“ plötzlich rundum gesund zu leben. „Je länger sich die Gewohnheit eingeschliffen hat, desto schwerer fällt es uns, sie zu ändern. Man muss auch Rückschläge aushalten und sich immer wieder positiv motivieren. Das bedeutet viel Arbeit mit sich selber”, betont Achtziger.

      Auch die Menschen um uns herum spielen eine große Rolle. „Wir denken da eher an den negativen Einfluss: Alle trinken Sekt oder alle essen Dessert“, sagt die Wissenschaftlerin. „Das soziale Umfeld kann aber für das Erreichen der eigenen Ziele sehr hilfreich sein. So können Diät-Gruppen beim Abnehmen helfen oder Sportgruppen zu Bewegung motivieren. Auch die Anonymen Alkoholiker sind eine Erfolgsgeschichte.”

      Soziale Normen können sich zudem ändern: Während noch vor wenigen Jahrzehnten neben Kindern und im Büro geraucht wurde, ist dies heutzutage undenkbar geworden. Auch der Anteil der Raucher in Deutschland ist zurückgegangen, vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Rauchten im Jahr 2001 noch 27,5 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, waren es 2017 nur noch 7,2 Prozent. Ähnlich ist es bei den 18- bis 25-Jährigen: Rauchte 2001 noch fast jeder Zweite in dieser Altersgruppe, ist es heute nur noch rund jeder Vierte.

      Staatliche Maßnahmen können helfen

      Achtziger führt dies auf sehr hartnäckige und jahrzehntelange Kampagnen gegen das Rauchen zurück, aber auch auf staatliche Maßnahmen: „Ich gehe davon aus, dass die höheren Kosten durch die Tabaksteuer, die starke und wiederholte Medienpräsenz, wie viele Tote es durch das Rauchen gibt, und die Einschränkungen für Raucher in der Öffentlichkeit zu dem Rückgang geführt haben.

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      Ganz anders sieht es bei einem weiteren großen Gesundheitsproblem aus: Zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland sind übergewichtig. Etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung ist sogar adipös, also stark übergewichtig. Neben biologischen Faktoren und einer ungesunden Ernährung spielt auch der zunehmende Bewegungsmangel im Alltag eine Rolle. Immer mehr Jobs werden im Sitzen ausgeführt, viele Wege mit dem Auto statt zu Fuß oder auf dem Fahrrad zurückgelegt.

      In der Freizeit dominieren Netflix und die Playstation, nicht Spaziergänge und Sport. Das betrifft auch die Kleinsten: Laut einer 2019 veröffentlichten Langzeit-Studie unter der Leitung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) bewegen sich drei von vier Kindern zu wenig. Würde nicht auch hier mehr Regulierung helfen, etwa Kantinen zu gesünderen Angeboten zu verpflichten, den Auto-Verkehr einzuschränken oder die Werbung für Süßigkeiten und andere Lebensmittel für Kinder zu verbieten?

      „Das würde ein Stück weit was bringen“, meint Achtziger. „Aber es darf nicht zu viel auf einmal passieren, sonst ruft das Widerstand hervor. Wir wollen uns ja nicht ständig alles vom Staat vorschreiben lassen. Beim Alkohol ist das Bewusstsein und die Bereitschaft dafür aber schon gewachsen.”

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