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    Als Bargeld-Ergänzung: Die EZB könnte bald einen digitalen Euro einführen

    Zusammenfassung:ShutterstockMit Libra hat Facebook bereits eine digitale Währung entwickelt, doch die EU hat nun hoh

      Shutterstock

      Mit Libra hat Facebook bereits eine digitale Währung entwickelt, doch die EU hat nun hohe Hürden für einen Einsatz in Europa geschaffen.

      Die EZB startet eine öffentliche Umfrage, um Chancen und Risiken eines digitalen Euro auszuloten — jeder kann sich daran beteiligen.

      Ein Forscher vom Swiss Finance Institute weist aber darauf hin, dass ein E-Euro ein „mächtiges, geldpolitisches Instrument darstellen würde.

      Mehr Artikel auf Business Insider findet ihr hier.

      „Unsere Aufgabe ist es, das Vertrauen in unsere Währung zu sichern. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass der Euro für das digitale Zeitalter gerüstet ist. Mit diesen Worten betonte EZB-Präsidentin Christine Lagarde Anfang Oktober die Bedeutung eines digitalen Euro. Das Thema scheint ihr ernst. Schon in ihrer vorherigen Funktion als IWF-Chefin hat sich Lagarde wiederholt sehr positiv über digitale Währungen geäußert.

      „Dass die EZB das Thema angeht und einen digitalen Euro öffentlich bespricht, ist grundsätzlich gut. Insgesamt bin ich von dem Ergebnis aber nicht begeistert, sagt Philipp Sandner im Gespräch mit Business Insider. Er leitet an der Frankfurt School of Finance & Management das dort angesiedelte Blockchain-Center und ist Mitglied des Fintech-Rats des Bundesfinanzministeriums.

      Gerade mit dem Blick nach China hinkt Europa in der Entwicklung einer digitalen Währung bereits weit hinterher. „In China laufen mit der digitalen Währung bereits präzise Tests und das Land will die Geschwindigkeit der Entwicklung noch weiter erhöhen“, sagt Sandner. „Die EZB befindet sich erst im Stadium der Bestandsaufnahme und Meinungsbildung zu dem Thema.”

      Tatsächlich befragt die EZB seit Kurzem die Öffentlichkeit nach ihrer Meinung. Angesprochen werden sowohl Privatpersonen als auch Verbände oder akademische Einrichtungen. Erst etwa Mitte 2021 will die EZB ihre Entscheidung veröffentlichen, ob ein entsprechendes Projekt gestartet wird.

      Schweden mit E-Krona schon weit fortgeschritten

      Dabei ist ein Blick nach Asien gar nicht nötig. Auch Schweden, ein Land, in dem Bürger traditionell wenig mit Bargeld zahlen, ist mit der „E-Krona bereits weiter mit den Planungen fortgeschritten.

      Der Italiener Luciano Somoza forscht am Swiss Finance Institut im Bereich „Digitales Geld“ und verweist im Gespräch ebenfalls auf die schwedische Notenbank. Ihre Forschung im Bereich „Digitales Zentralbankgeld” (CBDC von englisch Central Bank Digital Currency) sei bereits weit fortgeschritten.

      „Die Zentralbank kommt zu dem Schluss, dass die Menschen immer weniger Bargeld nutzen und, dass wir schließlich in einer Wirtschaft ohne Bargeld enden könnten, sagt Somoza. Ein problematisches Szenario, das sogar das Ende von Geschäftsbanken bedeuten könnte. Digitales Zentralbankgeld wird nämlich im Unterschied zum aktuell elektronischen Geld, das bei uns allen auf den Konten liegt, direkt von der Notenbank bereitgestellt.

      Heißt: Mit dem digitalen Euro bekämen Bürger direkten Zugang zum Zentralbankgeld. Man benötigt kein Konto mehr bei einer anderen Bank. „Doch 2008 wurde deutlich, dass Menschen in einer ernsten Krise Bargeld haben wollen. Sie standen Schlange an den Geldautomaten, weil es das einzige Zahlungsmittel ist, dass sie immer benutzen können — egal was passiert, sagt Somoza.

      EZB: „Eurosystem wird weiterhin Bargeld ausgeben

      Wohl auch um diese Angst gar nicht aufkommen zu lassen, betonte die EZB direkt, dass ein digitaler Euro eine Ergänzung zum Bargeld wäre und eben kein Ersatz. „In jedem Fall wird das Eurosystem auch weiterhin Bargeld ausgeben“, heißt es von der Notenbank. Auch Philipp Sandner erklärt: „Beide Varianten werden stattdessen parallel bestehen, die EZB allerdings nur noch einen Teil der gesamten Geldmenge physisch drucken – einen anderen Teil digital.” Doch dieses Szenario tritt wohl erst in einigen Jahren ein, Sandner rechnet damit frühestens 2026.

      Für die Bürger ist das kein Problem. Für sie würde sich durch einen digitalen Euro in der Praxis nichts ändern. Schon heute werden Zahlungen digital abgewickelt, dabei allerdings auf digitales Geld auf Bankkonten und nicht direkt das Zentralbankgeld zurückgegriffen. Wir merken nicht, was im Hintergrund geschieht, nachdem wir unser Mobiltelefon für die Zahlung an der Kasse autorisiert haben.

      Schwerer trifft die zeitliche Verzögerung die Industrie. „Unternehmen benötigen in Kürze die Möglichkeit von ‚Pay-Per-Use-Geschäftsmodellen und nicht erst in einigen Jahren“, betont Sandner. „Solche Ideen benötigen viel IT im Hintergrund und sie lassen sich vor allem mit dem Euro auf der Blockchain sinnvoll realisieren”, erklärt er weiter.

      Der Vorteil der Geschäftsmodelle ist schnell erklärt: Firmen zahlen nur für erbrachte Leistung, beispielsweise von großen Maschinen. Auf diesem Weg müssen sich keine gesamte Großanlage anschaffen, sondern verschiedene Unternehmen nutzen dieselbe Maschine. Das Problem: Ohne digitalen Euro lässt sich nicht der gesamte Prozess inklusive Buchhaltung auf der Blockchain abbilden.

      Geschäftsbanken entwickeln Lösungen für Industrie

      Gerade die aktuelle Corona-Krise machte wieder deutlich, wie sehr Unternehmen und öffentliche Einrichtungen in unsicheren Zeiten große Investitionen scheuen. Der österreichische Traktor-Hersteller Lindner gehört laut „Süddeutscher Zeitung zu einer der ersten Firmen, die bereits Zahlungen mit der Blockchain-Technologie abwickeln.

      Dank Telematik wird jeder Einsatz eines Lindner-Traktors erfasst: Wie lange nutzt welche Firma den Traktor für welchen Zweck? All diese Daten erhält die Firma, die automatisch für die erbrachte Leistung eine Machine-to-Machine-Zahlung abwickeln kann. „Verschiedene Geschäftsbanken haben bereits eine Lösung für die kommenden Jahre entwickelt und erste Projekte werden damit umgesetzt, kommentiert Sandner den Vorstoß. Bedeutet: Auch ohne einen digitalen Euro von der Zentralbank, kann die Industrie mit dieser Lösung von Geschäftsbanken arbeiten.

      Aber: Für die Vision eines souveränen Europas benötigt es eine digitale Währung, die von der Zentralbank herausgegeben wird. „Auf diesem Weg könnten die Daten über Zahlungen noch besser geschützt werden, in Europa verbleiben und die Kreditkartenanbieter aus den USA könnten zurückgedrängt werden. Doch bis dahin ist es noch ein wirklich weiter Weg, sagt Sandner.

      Ein weiter Weg, der — wenn er erreicht ist — aber auch ein mächtiges geldpolitisches Instrument sein könnte, betont Luciano Somoza vom Swiss Finance Institute. „Wenn jeder Bürger über ein Zentralbankkonto verfügt, kann die Notenbank darüber Konsum- und Sparentscheidungen beeinflussen — indem sie Zinsen auf Guthaben zahlt oder verlangt, erklärt er.

      EU-Kommission reguliert Kryptowährungen frühzeitig

      Dies wird eine Frage der zukünftigen Regulation sein, ob und inwiefern solche direkte Zinserhebungen auf digitale Währung erlaubt sein werden. Weiter ist die EU-Kommission da schon bei der Regulierung von Kryptowährungen insgesamt. Ende September hat sie mit der Regulation in Markets in Crypto Asset (MiCa) die Rahmenbedingungen für digitale Währungen festgelegt, um die Risiken für den Finanzmarkt zu senken.

      „Mit Libra von Facebook entstand offenbar der Impuls, schon jetzt den Bereich stark zu regulieren, auch wenn er in der Breite noch vergleichsweise klein ist“, sagt Philipp Sandner. „Vielleicht erwartet die Kommission aber auch ein starkes Wachstum im Krypto-Bereich.”

      Tatsächlich erwähnt die Kommission in ihrem Vorschlag, dass Anbieter von sogenannten Stablecoins, also wertgesicherten, digitalen Zahlungsmitteln, zwar ihre Dienste in der gesamten EU verrichten dürfen. Dafür benötigen sie allerdings einen physischen Firmensitz in der EU — ein klarer Wink auf Facebook und dessen Kryptowährung Libra. Allerdings muss der Kommissions-Vorschlag von den EU-Mitgliedstaaten und dem Europaparlament noch gebilligt werden. Bis zur Umsetzung kann es daher noch einige Jahre dauern.

      Übrigens fällt mit dem Bitcoin auch die wohl bekannteste Kryptowährung der vergangenen Jahre unter die MiCa-Regulierung. Aufmerksamkeit bekam der Bitcoin in erster Linie wegen der starken Wertschwankungen, mit denen zwar einige Spekulanten sehr reich geworden sind, andere aber auch viel Geld verloren haben.

      Entgegen Bitcoin und Co.: E-Euro wird nicht im Wert schwanken

      Sorgen um diese Volatilität sind bei einem digitalen Euro aber nicht gerechtfertigt. „Der digitale Euro wird nicht im Wert schwanken, wie man es häufig bei anderen Kryptowährungen sieht“, erklärt Sandner. „Er ist stattdessen eins zu eins vergleichbar mit dem Euro im Portemonnaie, nur digital abgebildet – vermutlich auf einem Blockchain-System.”

      Ein Teil des Geldes wird also auch künftig weiter auf einem Konto liegen, während ein kleinerer in Scheinen und Münzen uns täglich begleitet. Auf den ersten Blick ist das für Privatpersonen keine große Veränderung. Doch im Hintergrund wäre ein E-Euro eine Zeitenwende mit großen Auswirkungen auf Banken, Unternehmen und Zahlungsabwicklung.

      Luciano Samoza zeigt sich daher „positiv überrascht von der öffentlichen Umfrage der EZB. Es sei gesund eine öffentliche Diskussion anzustoßen, bevor die Notenbank eine Entscheidung in dieser wichtigen Frage fälle.

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