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    Umfrage: Am Ende des langen Booms haben viele Deutsche Angst vor einem sozialen Abstieg

    Zusammenfassung:INGO WAGNER/DPA/AFP via Getty ImagesDie Corona-Krise hat in Deutschland einen ungewöhnlichen langen

      INGO WAGNER/DPA/AFP via Getty Images

      Die Corona-Krise hat in Deutschland einen ungewöhnlichen langen Wirtschaftsaufsschwung beendet.

      Am Ende dieses Boom hadern viele Deutsche mit der wirtschaftlichen Situation. Viele fürchten einen sozialen Abstieg und beklagen zu große Unterschiede zwischen Arm und Reich.

      Dies ergab eine Forsa-Umfrage für das Forum New Economy

      Mehr Artikel auf Business Insider findet ihr hier.

      Am Ende eines gut zehnjährigen Aufschwungs hadern viele Deutsche mit den wirtschaftlichen Verhältnissen im Land. Mehr als die Hälfte hält das Risiko, sozial abzusteigen, heute für größer als bei früheren Generationen., ein Viertel sogar als „sehr viel größer. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Forum New Economy, das an diesem Donnerstag in Berlin seine Arbeit aufnimmt.

      Die große Mehrheit von 67 Prozent stimmten der Aussage zu, dass „in Deutschland am Ende alle davon profitieren, wenn es der Wirtschaft gut geht. Die Einschätzung, dass die Globalisierung ihnen mehr Vorteile als Nachteile gebracht hat, teilt eine knappe Mehrheit. Jeder Vierte schätzt, dass die Globalisierung überwiegend Nachteile bringt.

      Ziel der Umfrage war es, einen Zusammenhang zwischen soziale und wirtschaftlichen Faktoren und dem Aufstieg populistischer Kräfte zu untersuchen. Diese Frage wird in der neueren Forschung intensiv debattiert. Dabei geht es weniger um harte Zahlen wie die Höhe der Einkommen, sondern eher um weichere Faktoren wie einer gefühlten Unsicherheit, einem vermeintlichen oder tatsächlichen Kontrollverlust oder mangelnder Anerkennung. Für die Umfrage befragte Forsa vom 9. bis 13. Oktober insgesamt 1009 Personen.

      Ungleichheit wird als ungerecht wahrgenommen

      Neben der Wahrnehmung, dass neue Technologien oder Effekte der Globalisierung Abstiegsrisiken hervorrufen, scheint zum Unmut auch die Verteilung von Einkommen und Vermögen beizutragen. Fast jeder zweite Befragte stimmt der Aussage „voll und ganz zu“, dass die Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland „zunehmend zu einem Problem für den Zusammenhalt der Bevölkerung” wird. Weitere 38 Prozent gaben an, dieser These „eher“ zuzustimmen. Dass das Gefälle zwischen Reich und Arm „überhaupt kein” Problem darstellt, sagt ein Prozent der Befragten.

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      Dabei spielt offenbar eine Rolle, dass Ungleichheit kaum als wirtschaftlich nachvollziehbar eingeschätzt wird. Nur 32 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, wonach jemand, der in Deutschland sehr reich ist, diesen Reichtum „in aller Regel auch verdient hat. Dass dies nicht der Fall sei, äußern zwei von drei Deutschen.

      Hinter der Skepsis verbirgt sich der Umfrage zufolge auch Skepsis gegenüber wirtschaftsliberalen Prinzipien, die zum Beispiel in der Agenda 2010 die Politik mitbestimmt haben. Nur 21 Prozent der Befragten hält es für gut, dass Menschen durch die Reformen „zu mehr Eigenverantwortung und Eigenvorsorge“ bewegt wurden – und der Staat entsprechende Leistungen gekürzt hat. Für „schlecht” halten das heute 74 Prozent. Knapp 80 Prozent gaben an, die Privatisierung öffentlicher Leistungen sei in den vergangenen zehn Jahren „zu weit gegangen“ – „nicht weit genug”, sagen sechs Prozent. 57 Prozent äußern Zweifel, dass in der sozialen Marktwirtschaft das „Prinzip des sozialen Ausgleichs noch funktioniert.

      Große Mehrheit für mehr nationale Einflussmöglichkeiten in Zeiten der Globalisierung

      Entsprechend groß ist die Zustimmung zu staatlichen Eingriffen. Von den Befragten hielten es 80 Prozent für richtig, dass die Regierung Menschen stärker schützen sollte, wenn durch die Folgen von Digitalisierung oder Globalisierung „in größerem Umfang Arbeitsplatzverluste drohen“. Die Zustimmung zu mehr staatlichen Investitionen in Klimaschutz, Schulen und Universitäten, die Bahn und andere Infrastruktur liegt bei 87 Prozent. 67 Prozent stimmen der Aussage zu, Politiker sollten angesichts der fortgeschrittenen Globalisierung „wieder mehr Einfluss auf die nationale Gesetzgebung bekommen”.

      Das Forum New Economy, das die Umfrage in Auftrag gab, nimmt in Berlin seine Arbeit auf. Das Forum will eine Plattform für neue wirtschaftspolitische Ideen bieten.

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